Stadt investiert 75 Millionen Euro

Dinslaken..  Wer in den vergangenen Wochen und Monaten viel über die Finanznot der Stadt Dinslaken gehört und gelesen hat, könnte sich jetzt verwundert die Augen reiben: Denn die Stadt plant für die kommenden drei Jahre Investitionen in Höhe von rund 75 Millionen Euro. Dabei habe man keinesfalls die Spendierhosen an, sondern investiere notwendigerweise in die Zukunft der Stadt, erklärte gestern Bürgermeister Michael Heidinger.

Bei den Großinvestitionen rangiert der geplante Din-Service-Betriebshof in Lohberg mit derzeit kalkulierten 24 Millionen Euro auf Platz eins. Obwohl hinter dem Projekt alleine aufgrund offener Gutachten und fehlender Pläne für die Kohlenmischhallen-Sanierung noch einige Fragezeichen stehen, scheint der Plan für die Stadtspitze alternativlos. Und das alleine deshalb, weil man kein ähnlich großes Grundstück finde, auf dem alle Din-Service-Einheiten untergebracht werden können. Dass man mit dem Projekt auch ein Zeichen für Lohberg und das Kreativquartier setzen will, zählt da schon zu den nachrangigen Argumenten.

Gesetzt ist für die Stadtspitze auch die Sanierung der Kathrin-Türks-Halle, die 2016 beginnen könnte (falls die im Sommer zu beantragenden Fördermittel bewilligt werden). Mit rund 15 Millionen Euro soll die Stadthalle technisch, energetisch und funktional als Veranstaltungszentrum zukunftsfähig gemacht werden. Bereits im Frühjahr soll mit der Freilegung der Tiefgarage begonnen werden, die abgedichtet werden muss. Obwohl die Stadtverwaltung noch keinen genehmigten Haushaltsplan für 2015 hat, will sie angesichts einzuhaltender Förderfristen vom Kreis bereits grünes Licht haben, die Projekte Baubetriebshof und Stadthalle auf den Weg zu bringen. Aus Wesel habe es bereits positive Signale gegeben, so Heidinger gestern.

Darüber hinaus plane man für die nächsten drei Jahre zum Beispiel Investitionen in die Schulen und die Infrastruktur. Auch wenn aufgrund der derzeit niedrigen Zinsen Kommunalkredite schon unter 1 Prozent zu haben sind, werden die geplanten Investitionen, die schließlich auch abbezahlt werden müssen, den städtischen Haushalt weiter belasten. Wie sehr, will Kämmerer Dr. Thomas Palotz in den nächsten Tagen darstellen.

Es gehe aber nicht nur um die finanzielle Belastung, unterstrich Bürgermeister Heidinger. Schließlich seien die geplanten Vorhaben nachhaltige Beiträge zur Sicherung von Bildungs-, Kultur- und Infrastruktur-Angeboten in Dinslaken. „Wer diese Zukunftsinvestitionen nicht tätigt, belastet auch die nachfolgenden Generationen“, so Heidinger.