Spielerische Rettung auf vier Pfoten

Voerde..  Es ist ein ungewohntes Bild auf dem Übungsplatz der Ortsgruppe Voerde des Vereins für Deutsche Schäferhunde: Die junge Malinois-Hündin Qarla sitzt vor einem Tunnel, der auf dem Rasen liegt. Besitzerin Sabine Bahr versucht, sie zum Durchqueren des Hindernisses zu überreden. Mit ein wenig Zuspruch und einer leckeren Belohnung gelingt das spielend. Die Übung ist Teil eines Seminars zum Thema Rettungshundesport, bei dem die Seminarleiterinnen An­drea Otto und Nicole Beutler mit Tieren und Haltern arbeiten.

„Wir haben den Rettungshundesport neu in das Angebot unseres Vereins aufgenommen“, sagt Silke Lichtner, 2. Vorsitzende und Ausbildungswartin des Voerder Schäferhundevereins. Bisher wurde dort vor allem der Vielseitigkeitssport gepflegt, bei dem die Hunde ihre Fähigkeiten in Bereichen wie Unterordnung, Fährtenarbeit oder Schutzdienst unter Beweis stellen. Die Aufgaben im Rettungshundesport gestalten sich da anders. „Die Geräte haben wir zum Beispiel extra dafür angeschafft“, so Lichtner.

Und die halten einige Herausforderungen bereit: Durch einen Tunnel laufen, eine horizontal liegende Leiter überqueren oder ein auf Fässern gelagertes Holzbrett. Nicht jeder Vierbeiner überwindet solche Hindernisse spielend. „Wir haben einige Teams, bei denen wir an der Nervosität des Hundeführers arbeiten müssen. Andere brauchen Anleitungen für bestimmte Situationen oder Hindernisse“, erklärt Andrea Otto. Vor dem Umgang mit den Hindernissen stand für die Teilnehmer die Arbeit in offenem Gelände: Personen aufspüren und dem Hundeführer anzeigen, auf Kommando bestimmte Strecken ablaufen. Was beim Rettungshundesport den Charakter eines Spiels hat, könnte bei einem echten Einsatz im Notfall Leben retten. „Wir schicken allerdings keine Teams zum Einsatz“, betont Silke Lichtner. „Uns geht es nur um den Sport.“ Der Verein vermittelt nach bestandenen Prüfungen aber gerne an Rettungshundestaffeln weiter.

Der Rettungshundesport ist recht anspruchsvoll. Neben dem Überwinden von Hindernissen müssen die Tiere auch auf Kommandos ihres Hundeführers hören. Egal, ob es darum geht, bei Fuß zu laufen oder sich in bestimmte Richtungen zu bewegen. Der Sport eignet sich für viele Hunderassen. Grundsätzlich gebe es nicht „den Rettungshund“. Andrea Otto fasst die Anforderungen zusammen: „Der Hund sollte Menschen nicht ängstlich oder aggressiv gegenüber sein, eine gewisse Arbeitsbereitschaft mitbringen und auf eine Belohnungsform reagieren.“ Stimmt dann noch die Harmonie zwischen Vierbeiner und Zweibeiner, steht einer Betätigung im Rettungshundesport nichts im Wege.