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Krimi-Nacht

Spannung pur in Voerde

31.03.2014 | 09:00 Uhr
Spannung pur in Voerde
Klaus Hell las im Bekleidungsgeschäft ten Have.

Voerde.   Autoren lasen an ungewöhnlichen Orten aus ihren Büchern vor.

Eine anonyme Bombendrohung im Rathaus hatte am Vormittag die Stadt in Atem gehalten. Traurige Realität. Am Abend wurde Voerde erneut zum Tatort – da zum Glück nur fiktiv: Die Krimi-Nacht mit fünf Lesungen sorgte für eine schlaflose Nacht. „Wir bekennen uns: Ein Krimi muss unterhaltsam sein“, erklärte Thomas Hesse, der mit Renate Wirth den kriminalistischen Heimat-Neuling „Die Spinne“ vorstellte.

Die Leser interessiert, was sie bereits kennen, soll Hesses erster Verleger zu ihm gesagt haben. Fortan hielt sich der Journalist penibel daran, recherchiert mit Heilpädagogin Wirth jeden Halm des jeweiligen Tatorts. Der im Emons-Verlag erschienene Niederrhein-Krimi „Die Spinne“, aus dem die Autoren in der Crisba-Boutique lasen, führte das Duo auch nach Dinslaken.

In der Tiefgarage unter dem großen Markt in Wesel wurde eine Frau mithilfe einer Bananenspinne getötet, das Opfer ist die Ehefrau eines Dinslakener Schnulzensängers. Als der sympathische Beamten-Kauz Nicolas Burmeester und sein Team Gunter Bertram die Nachricht überbringen wollen, bekommen sie statt eines Klingeltons zunächst eine Kostprobe des Barden. „Im Hintergrund trällerte eine junge Frau: Honey, kommst du? Sonst zieh ich mir was über, mir ist kalt.“ Spannend und mit einer schrulligen Note reißen Wirth und Hesse ihre Leser in ihrem mittlerweile siebten gemeinsamen Buch mit.

Entscheidender noch als die Komik ist bei einem Heimat-Roman das, was schon im Wort steckt. Mechthild Borrmann mit „Wer das Schweigen bricht“ demonstrierte das bei Bestattungen Knopf, Irene Scharenberg mit „Ein Fall zu viel“ führte die Hörer bei Hausgeräte Quil nach Duisburg, Die Krimi-Cops, fünf Beamte aus Düsseldorf, ermittelten in der Buchhandlung Lesezeit und Dr. Klaus Hell erklärte bei Modepartner ten Have „Die Sache mit Mia“.

In drei Monaten schrieb der Niederrheiner und pensionierte Lehrer 2012 sein Debüt, bei dem drei Männer in den besten Jahren in Kalkar von der Vergangenheit heimgesucht werden. Kalle verunglückte jüngst unter mysteriösen Umständen auf der B 57, die drei Freunde Günni, Didi und Pit ahnen Böses. Während sich Rechtsanwalt Günni in einer Klever Disco ablenken will, macht Lehrer Didi die Begegnung mit einer Schülerin, die genauso wie Mia aussieht, zu schaffen.

„Es war ein ungeschriebenes Gesetz, dass das, was vor 40 Jahren am Baggersee geschah, niemals zur Sprache gebracht wurde.“ Da kam Mia Rütters in Bislich ums Leben, Alkohol war im Spiel, Twist and Shout von den Beatles dröhnte aus dem Radio. Geschickt baut Hell eine fesselnde Geschichte auf, der man folgen möchte, erfahren möchte, warum Kalle starb und wie sich Mias introvertierter Bruder Bernd rächt.

Dominik Loth

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2014-03-31 09:00
Nachrichten aus Dinslaken, Hünxe und Voerde