Selbstständigkeit Älterer erhalten

Dinslaken..  Die dritte Chefärztin am St. Vinzenz-Krankenhaus innerhalb von zweieinhalb Jahren hat Einzug gehalten: Mit Catherine Gilger als „Neue“ in der Geriatrie erhöht sich dadurch der Anteil von Frauen in Chefpositionen am Hospital. Bereits seit 1. Mai im Dienst, wird sie am 3. Juni offiziell und mit einer kleinen Feier eingeführt.

In Vancouver, „der schönsten Stadt an der kompletten Westküster Amerikas“ geboren, verschlug es die Medizinerin mit ihren Eltern in den 1970er Jahren nach Berlin. Ihr Medizinstudium schloss sie 1987 erfolgreich an der Uni Hannover ab. Ihre ersten Berufsjahre leistete sie als Lehrkraft an der Krankenpflegeschule des Katholischen Klinikums Duisburg ab – der Familie wegen. Doch nach der Familienphase, die Kinder sind inzwischen längst erwachsen,widmete sie sich wieder dem eigentlichen Kern ihres Berufes, arbeitete an mehreren Kliniken, baute dabei drei Geriatrie-Stationen mit auf und bildete sich auf diesem Spezialgebiet weiter.

Die Nähe zu ihrem Wohnort machte ihr den Wechsel ans St. Vinzenz-Hospital leicht, doch „es ist auch wichtig für mich, an einem katholischen Krankenhaus zu arbeiten. Der Umgang in einem konfessionellen Haus ist anders, nicht so stark nur von finanziellen Erwägungen geprägt“. Das treffe für den Umgang untereinander, mit der Geschäftsführung aber auch – vor allem – mit den Patienten zu.

Die 55-jährige Medizinerin hat schon konkrete Vorstellungen, wie es auf der Geriatrie weitergehen soll. Alle Mitarbeiter der Geriatrie müssten sich als das „geriatrische Team“ verstehen, nicht unterteilt in ihre ureigenen Bereiche. Ob Pflege, Therapeuten, Physiotherapeuten, der Sozialdienst – sie alle bildeten ein Team. Hinzu komme natürlich noch die enge Vernetzung mit der Gerontopsychiatrie und der Inneren Klinik. „Das läuft hier bereits hervorragend.“ Auch die Unfallchirurgen seien mit im Boot und nun habe man ebenfalls Schnittstellen zur Gynäkologie gefunden.

Um noch besser ihren Aufgaben nachkommen zu können, um noch mehr auf den älteren Patienten eingehen zu können, der ja von Natur her schon mehr Zuwendung brauche, sagt sie schon jetzt klipp und klar: „Ich brauche weiteres geschultes Personal.“ Und räumt dabei mit einem Irrglauben auf: „Die Geriatrie ist keinesfalls ein vorgezogenes Pflegeheim wie oft vermutet. Im Gegenteil, wir versuchen in der Geriatrie alles, um den Patienten wieder fit zu machen, damit er nach dem Krankenhausaufenthalt in seine eigene Wohnung zurückkehren kann. Wir wollen die Selbstständigkeit der älteren Menschen so lang wie möglich erhalten. Dazu brauche ich gut geschultes geriatrisches Personal.“

Zumal das St. Vinzenz-Hospital eines der wenigen Krankenhäuser sei, das derzeit eine Aufstockung seiner Bettenzahl erlebe, unterstützt Pressesprecher Matthias Ruß die Ausführungen der Medizinerin. Das betreffe unter anderem auch die Geriatrie.