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Sekundarschule will um Vertrauen kämpfen

14.02.2013 | 23:00 Uhr
Sekundarschule will um Vertrauen kämpfen
In der alten Volksparkschule ist die Sekundarschule untergebracht.Foto: Heiko Kempken

Dinslaken.   Bei den Anmeldungen bleibt die „Schule für alle Schüler“ noch hinter den erhofften Anmeldezahlen zurück. Bisher liegen 86 Anmeldungen vor. Gesamtschule muss auch in der Oberstufe abweisen.

Auf den kommenden Montag ist das Team der Sekundarschule gespannt: Beim Nachmeldetermin haben Eltern nochmals die Gelegenheit, ihren Nachwuchs anzumelden. 48 Kinder haben sich als Erstwunsch für die neue Schulform entschieden – eine noch steigerungsfähige Zahl, wie der stellv. Leiter Michael Rölver einräumt. Zusammen mit den Kindern, die beim Kooperationspartner Ernst-Barlach-Gesamtschule (223 Anmeldungen) keinen Platz finden und als Alternative die Sekundarschule angegeben haben, kommt die Schule am Volkspark auf aktuell 86 neue Fünftklässler.

Insgesamt zählen die Leitungen der beiden integrativen Schulen (Ernst-Barlach-Gesamtschule und Sekundarschule) also mehr als 270 neue Fünftklässler. Die Gesamtschule musste 53 Kindern eine Absage erteilen, darunter auch fünf der 22 Interessenten aus Voerde. Beide Schulen nehmen je elf Schüler mit Förderbedarf auf. Kinder, die zum Teil zieldifferent unterrichtet werden. Diese Aufgaben dürften jedoch nicht allein den integrativen Schulen überlassen werden, betont EBGS-Schulleiter Hans-Ulrich Wangerin. „Wir hoffen da auf das kommunale Inklusionskonzept“. Andere Schulen müssten sich ebenfalls an dieser Herausforderung beteiligen.

Nach Gründen für die hinter den Wünschen der Sekundarschule zurückgebliebenen Anmeldungen über den Erstwunsch haben Wangerin und Rölver anhand von Rückmeldungen der Eltern geforscht. Einerseits brauche die Sekundarschule, die sich den Standort derzeit mit der auslaufenden Volksparkschule teilt, bessere Rahmenbedingungen. Daher hoffen sie, dass die Politik bald eine Entscheidung über den neuen Standort der Hauptschule trifft. Im kommenden Schuljahr, so die Planung, soll das Volkspark-Gebäude der Sekundarschule komplett zur Verfügung stehen.

Andererseits, so Rölver, müsse sich die neue Schule das Vertrauen der Eltern erst erarbeiten und das Konzept als „Schule für alle Kinder“ noch stärker vermitteln. Eine gewisse Skepsis sei bei den Familien durchaus zu spüren. „Unser Ziel ist eine heterogene Schülerschaft. Aber es wird wohl einige Zeit dauern, bis die Eltern uns als gleichwertige Schule wahrnehmen.“

Zusätzliche Nachfrage erwartet die Sekundarschule noch aus dem Bereich Voerde. Wie berichtet, muss die Gesamtschule Hünxe einen Teil der 86 angemeldeten Voerder Kinder ablehnen – und auch die EBGS konnte nicht alle Interessenten aus Voerde aufnehmen. Die Familien müssen Alternativen suchen. Ob sie alle wie gewünscht ein integratives Angebot finden, ist fraglich. „Da besteht Handlungsbedarf“, meint Wangerin mit Blick auf die Voerder Schulpolitik. Das Problem: Da dort keine integrative Schule vorhanden ist, müssten andere Kommunen Anmeldungen Voerder Kinder gleich behandeln. Der Zustrom macht sich an der EBGS auch in der Oberstufe bemerkbar: 143 Anmeldungen liegen vor, 47 davon aus Voerde. Knapp 100 können jedoch nur aufgenommen werden.

Erfreut ist Wangerin über das große Interesse am technischen Profil der Oberstufe, das besonders von Schülern mit dem Ziel Ingenieursstudium gerne gewählt wird.

Rita Meesters


Kommentare
15.02.2013
16:41
Sekundarschule will um Vertrauen kämpfen
von tumlehs | #2

Fortsetzung

Aber Walsum, wo sich die Realschule Fahrn mit zunehmendem Erfolg gegen eine Zukunft als Sekundarschule zur Wehr setzt, zeigt, dass die Realschulen nicht frei disponierbar sind.

Wie man es auch dreht, es bleibt der Wettbewerb zwischen Gesamtschule und Sekundarschule, die aufgrund ihrer Struktur die schlechteren Karten besitzt. Gesamtschule Dinslaken 223, Gesamtschule Hünxe 172, Sekundarschule Dinslaken 48 Anmeldungen. Wie würde man selbst als Eltern eines Viertklässlers handeln?
Von den 105 notwendigen Abweisungen der Gesamtschulen werden viele bei der Schulform Realschule landen. Es ist irrig anzunehmen, die Kinder, die von der Gesamtschule Dinslaken abgewiesen werden, würden im Nachmeldeverfahren sämtlich in den Listen der Sekundarschule wieder auftauchen.

Es muss leider festgestellt werden, dass die Schulpolitiker uns etwas beschert haben, was nur mit Ideologie erklärt werden kann. Aber Duisburg ist dabei, in ein noch viel größeres Debakel zu schliddern.

15.02.2013
16:19
Sekundarschule will um Vertrauen kämpfen
von tumlehs | #1

Jetzt haben wir den Schlamassel in Dinslaken. Bereits fürs zweite Jahr ihres Bestehens bangt die Sekundarschule um genügend Schüler. Während in ländlichen Bereichen die Sekundarschule einen optimalen Ausweg aus Problemen der Schullandschaft bieten kann, ist ihre Einführung in Ballungsräumen mit einem breit gefächerten Schulangebot äußerst problematisch. Neben dem gegliederten Schulsystem plus integrierter Gesamtschule hat eine Sekundarschule keine Chance. Das hat die Schulpolitik wohl auch begriffen.

Deshalb gehen viele Kommunen landauf, landab daran, konkurrierende Schulsysteme "aus dem Weg zu räumen". Bei den Hauptschulen ist das angesichts des Elternwahlverhaltens kein Problem, die Gymnasien sind gesellschaftspolitisch ein Tabu, ein Angriff auf die Gesamtschulen wäre ein Eigentor und kontraproduktiv. Es verbleiben die Realschulen, wo die geringste Gegenwehr zu erwarten ist.

Fortsetzung folgt

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