Seit 30 Jahren Ritter der Tafelrunde

Galahad sind auf den Bühnen von Mittelalterfestivals ebenso zu Hause wie hier bei der Extraschicht 2014.
Galahad sind auf den Bühnen von Mittelalterfestivals ebenso zu Hause wie hier bei der Extraschicht 2014.
Foto: Heiko Kempken/WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
1985 erschien die erste EP von Galahad. Seitdem gehören die Dinslakener zu den Urgesteinen der Mittelalterrockszene. Im Dezember wurden sie mit dem Deutschen Rock-und-Pop-Preis ausgezeichnet .

Dinslaken..  Fast auf den Tag genau ein Jahr ist es her, dass Galahad ihre EP „Season’s Greetings“ vorstellten. Nun sind die vier Jahreszeiten einmal ins Land gezogen und die Dinslakener Folk-Rockband hat damit reiche Früchte eingefahren. Im Dezember wurde Galahad von der Jury des Deutschen Rock-&-Pop-Preises zur besten Folkrockband 2014 gekürt. Und obendrauf wurde noch für den Titel „Bells of Freedom“ ein zweiter Preis in der Kategorie bester Folkrocksong gelegt.

Der Deutsche Rock-&-Pop-Preis wurde am 13. Dezember zum 32. Mal verliehen. Deklariert als Nachwuchspreis, obwohl er sich längst zu einem allgemeineren Förderpreis entwickelt hat. „Nachwuchs“ wäre auch für Galahad kaum ein passendes Etikett. Die Band feiert in diesem Jahr ihr 30-Jähriges.

Im Sommer 1985 veröffentlicht die Folkrockformation um Paul Alexander Jost mit „Sir Galahad“ ihre erste EP. Vinyl, Auflage 500 Stück. „Aber die Cover gab es nur im Druck zu 1000, deshalb lagern 500 davon noch im Studio“, verrät Ralf Veith. Eine Anekdote, dass Ian Anderson persönlich Galahad als Vorband für Jethro Tull vorschlug, aber nicht wollte, dass Jost vor ihm auf der Bühne zur Querflöte griff.

Die charakteristischen Flötensoli fehlen übrigens auf dem 1985-er-Debüt. Wie vieles, was den heutigen Galahad-Sound so unverwechselbar macht und der Band die Mitwirkung an international erfolgreichen Samplern, Kooperationen unter anderem mit In Extremo, Auftritten mit Schandmaul, Saltatio Mortis oder Corvux Corax und einen Vertrag mit dem renommierten Szenelabel Danse Macabre einbrachte.

Zur Urbesetzung gehörten neben Paul Alexander Jost an der Mandoline die Sängerin Eva Maria Lach, übrigens eine Cousine von Matthias Jabs, der Gitarrist Jürgen Wieser sowie „Bel“ Mondo, der später ausstieg, als er die Szenekneipe „Eulenspiegel“ aufmachte, und der Violinist Christoph Höffkes, den der scheidende Burghofbühnenintendant Egmond Elscher später mit ans Landestheater Neuss nahm.

„Heavy Folk“

1987 fehlten dem bislang rein akustischen Ensemble also die Violine und der Bass. Paul Alexander Jost holte seinen Lehrerkollegen Peter Huntenburg in die Band – dieser war eigentlich Gitarrist, hatte aber in einem unbedachten Moment „Bassläufe“ erwähnt. Zudem ersetzte Jost die fehlenden Violinsoli mit seiner eigenen Querflöte und Jürgen Wieser griff zur E-Gitarre. Galahad hatte sich vom Akustik-Quartett zu einer Celticband mit schwebendem Sound entwickelt. „Wir nannten es Heavy Folk, spielten aber immer noch ohne PA“, so Jost. Kontakte zu Ralf Veith bestanden von Anfang an, aber erst Ende der 80er Jahre holte Jost den Keyboarder ins Boot.

Zur echten Mittelalterrockband mit dem typischen Instrumentenmix aus Alt und Neu wurde Galahad 1992 mit Dieter Horlitz an der E-Gitarre, seinem Sohn Oliver am Schlagzeug und Sängerin Uli Koberg beim Eurojam in Belgien. Damals gehörten sie zu den Pionieren des Genres.

Mit Sängerin Tina Schreiber und Henning Wilms am Dudelsack gewann Galahad 2007 zm ersten Mal den Rock-&-Pop-Preis in der Folkrock-Sparte. War es dann 2014 überhaupt noch spannend? „Man weiß, dass man für einen der ersten drei Plätze nominiert ist“, so Ralf Veith. „Deshalb sind die Millisekunden vor der Bekanntgabe des zweiten Preises die aufregendsten. Ein anderer Name fällt – und du kannst es kaum glauben, dass du jetzt nur noch der Sieger sein kannst!“

Die aktuelle Besetzung

Galahad in der aktuellen Besetzung sind Paul Alexander Jost (Gesang, Querflöte, Mandoline, Gitarre), Martina Aschenbach (Gesang, Geige, Tin Whistle), Ralf Veith (Sampler, Synthesizer, Psalter, Gitarre), Dieter Horlitz (E-Gitarre), Peter Huntenburg (Gesang, E-Bass) und Jens Gronwald (Schlagzeug, Perkussion).