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Schuld in schnellen Bildern

20.01.2015 | 00:12 Uhr

Dinslaken. Familiengeschichte, Verhör, Theaterstück über soziale Verantwortung, über die Frage nach dem Umgang mit der eigenen Schuld. John B. Priestleys Drama ist vielschichtiger, als es sein Titel vermuten lässt. „Ein Inspektor kommt“ klingt nach Krimi, nach Verdächtigen, die in gediegenem Wohnraum bohrenden Fragen elegant ausweichen, ohne sich aus ihren schweren Ledersesseln zu erheben. Die Inszenierung, die mit Joachim von Burchard am Freitag, 23. Januar, um 20 Uhr in der Kathrin-Türks-Halle Premiere feiert, hat nichts davon.

Kurzweilige, temporeiche 70 Minuten verspricht der Regisseur. Gesetzte Atmosphäre lässt schon allein das Bühnenbild nicht aufkommen. Statt des naheliegenden großbürgerlichen Wohnzimmers, in dem Christoph Türkay als Inspektor Guhl den Industriellen Arthur Birling (Anton Schieffer) und dessen Familie nach dem Selbstmord einer jungen Frau befragt, hat er sich für eine offene, türlose Rundbühne entschieden.

Verbindung zu Schombert

Statt statischer Innenarchitektur entstehen schnelle Bilder im Raum durch die wechselnden Konstellationen der Akteure, durch ihr Verhalten zueinander und ihre sich durch das Gespräch ergebende Positionen. „Ein Inspektor kommt“ wurde noch vom Team Weckherlin auf den Spielplan gesetzt. Joachim von Burchard, der in Göttingen unter anderem „Felix Krull“, aber auch exklusiv Nick Caves „Der Tod des Bunny Munro“ inszenierte, betritt mit dem Drama für sich Neuland.

Mit dem jetzigen Burghofbühnenintendanten Mirko Schombert verbindet ihn eine mehrjährige Zusammenarbeit. Als der Kulturpädagoge, Schauspieler und Regisseur von Burchard 2008 den Auftrag erhielt, das Junge Schauspiel in Göttingen zu gründen, wurde ihm Mirko Schombert als junger Theaterpädagoge empfohlen. Der jedoch wechselte nach zwei Jahren in Göttingen an das Staatstheater in Mainz - und holte wiederum Joachim von Burchard mehrfach als Regisseur in die Rheinland-Pfälzische Landeshauptstadt.

Nun wird die Zusammenarbeit in Dinslaken fortgesetzt - erst gerade fiel die Entscheidung, dass von Burchard in der nächsten Spielzeit „Das Bildnis des Dorian Gray“ an der Burghofbühne inszenieren wird.

Fehler begeht jeder, wie aber geht man mit der eigenen Schuld um? In der Familie Birling ist jeder schuldig geworden. Als Arbeitgeber und Kundin, als Liebhaber und Kindsvater. Aber während die junge Generation offen mit den Verfehlungen umgehen möchte, würde die ältere lieber den Mantel des Schweigens darüber ausbreiten.

Soziale Verantwortung

John B. Priestley schrieb „Ein Inspektor kommt“ 1945 als Fallstudie über soziale Verantwortung mit vielen Bezügen auf den historischen Kontext. 2008 gab der deutsche Verlag eine neue Textfassung heraus. Auf dieser basiert die im heutigen Deutschland angesiedelte Bühnenfassung der Burghofbühne. Joachim von Burchard war das Drama nicht geläufig, bevor er die Inszenierung übernahm. Inzwischen ist er von dem Stück begeistert. „Es ist ein schnelles, spannendes Stück über soziale Verantwortung und dem Umgang mit den eigenen Fehlern“.

Bettina Schack

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2015-01-20 00:12
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