Scholtenhof hilft Petershof

Dinslaken/Duisburg..  Alljährlich betreiben die Damen des Lionsclub Dinslaken auf dem Weihnachtsmarkt Scholtenhof das Scholtenhofcafe. Der Erlös geht stets an einen sozialen Zweck in der Umgebung. Insgesamt konnten beim letzten Weihnachtsmarkt 5000 Euro erwirtschaftet werden, die nun einen würdigen Empfänger fanden. Der Petershof als Sozialpastorales Zentrum liegt mitten in einem Stadtteil „mit besonderem Erneuerungsbedarf“ in Duisburg-Marxloh. Besonderer Schwerpunkt der Arbeit von Pater Oliver Potschien der Abtei Hamborn, Sr. Ursula Preußer und engagierten Helfern bilden Kinder von Neueinwanderern und Flüchtlingen. Erste Eingliederungs- und Orientierungshilfen werden angeboten. Aufgrund der nach wie vor hohen Rate von Kindern aus Ländern wie Bulgarien und Rumänien, die noch nicht in das Bildungssystem integriert sind, zählt die Begleitung und Beratung bei Schulanmeldungen und die Weitervermittlung an weitere Beratungsstellen zu einer der Hauptaufgaben. „Darüber hinaus ist das Ziel, die Kinder von der Straße zu holen, sie sinnvoll zu beschäftigen“, so Pater Oliver.

Aktuell möchten im alten Pfarrhaus St. Peter ein ehrenamtlich tätiger Musiker sowie OberstufenSchüler unter anderem musische und kreative Zeiten anbieten. Dazu soll der Keller des Pfarrhauses als „Jugendheim“ eingerichtet werden. Gedacht wird hier auch an einen Raum zum nachmittäglichen Spielen und Basteln.

„Unsere Spende kommt hier genau an die richtige Stelle,“ so Ulrike Rappers, die Organisatorin des letztjährigen Cafes. „Für uns ist es wichtig auch zu sehen, was mit dem Geld geschieht“.

Im Umfeld des Petershofes sind ca. 250 Kinder nicht beschult. „In den Schulen im Duisburger Norden ist kein Platz, der Transfer in weiter entfernt liegende Schulen für die Stadt zu teuer“, berichtet Frau Pottbäcker, die die kleine Klasse im Pfarrhaus mit betreut.

Und: Es gibt viele Menschen im Duisburger Norden, die keine Krankenversicherung haben - Zuwanderer, Flüchtlinge, Menschen ohne Papiere. Da diese Menschen meist kein oder wenig Deutsch sprechen, haben sie oft enorme Schwierigkeiten, das alltägliche Leben bei uns zu meistern. Im Krankheitsfall wird ihre Lage dramatisch - ohne Krankenversicherung keine Behandlung. „Diese Erfahrung machen wir täglich, Hilfe gibt es erst, wenn 150 Euro gezahlt werden“ erzählt Pater Oliver.

Auch die Kinder der kleinen Pfarrklasse sind nicht krankenversichert. Seit November bietet der Petershof einmal wöchentlich eine freie Sprechstunde für Nicht-Versicherte an. Alle, die dort mitarbeiten, tun dies ehrenamtlich.