Schaut die Landespolitik auf Lohberg?

1 Richtet die SPD im Land aus integrationspolitischer Sicht nach den Salafisten-Nachrichten nun einen besonderen Blick auf Dinslaken und speziell auf Lohberg?

Yetim: Nein. Salafismus ist kein spezielles Dinslakener Problem, es ist ein landes-, am Ende ein bundespolitisches Problem. Dinslaken spielt da für uns keine besondere Rolle, es ist eine Stadt wie andere.

2 Ist der Salafismus eine Folge gescheiterter Integrationspolitik oder sehen Sie diese in NRW auf dem richtigen Weg?

Yetim: Salafismus ist aus meiner Sicht eher ein soziales als ein religiöses Problem vor einem Migrationshintergrund. Die Verführung findet in Unterschichten statt, oft trifft es die von der Gesellschaft Abgehängten. Bei der Integrationspolitik läuft seit 15 bis 20 Jahren vieles richtig. Damals wurde verstanden, dass die, die nach Deutschland gekommen sind, auch hier bleiben wollen. Aktuell haben wir in NRW 49 regionale Integrationszentren gegründet, die viele bereits bestehende Bemühungen vernetzen und koordinieren sollen. Wohlfahrtsverbände, Verbände und Vereine leisten in vielen Projekten ja bereits tolle Arbeit.

3 Gibt es so etwas wie einen Schlüssel zur Integration?

Yetim: Meine Eltern haben immer darauf geachtet, dass wir viel Kontakt zu deutschen Kindern hatten. Wir sollten die deutsche Sprache lernen. Und sie haben mich immer motiviert, weiter zu machen, mich nicht hängen zu lassen. Das war ganz wichtig und dafür bin ich ihnen dankbar. So abgedroschen es klingt, so sehr stimmt es: Integration ist keine Einbahnstraße. Du darfst nicht darauf warten, dass jemand kommt, dich an die Hand nimmt und dir den richtigen Weg zeigt. Du musst ihn dir selbst suchen