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Blutspende

Rückgang bei Konserven und Erstspendern

23.03.2013 | 15:00 Uhr
Rückgang bei Konserven und Erstspendern
Ein kleiner Piks, der anderen helfen kann.Foto: Lutz von Staegmann

Dinslaken.   DRK-Kreisverband bereitet Entwicklung Sorgen. Dr. Kurt Gerritz: „Die Lager sind leergeräumt.“

Einen dramatischen Rückgang an Blutspenden verzeichnet derzeit das Deutsche Rote Kreuz im Kreisverband Dinslaken-Voerde-Hünxe. Die Lager seien „leergeräumt“, so Kreisverbands-Vorsitzender Dr. Kurt Gerritz. Grund zur Sorge biete auch der Rückgang bei den Erstspendern von 437 (2011) auf 274 (2012). Ein Minus von 42,1 Prozent. Bei den Blutspenden war ein Minus von 297 (4031 in 2011 zu 3734 in 2012) zu verzeichnen.

Das sieht auf den ersten Blick nicht so schlimm aus, beinhaltet aber, das nur für 1,6 Tage Vorrat in den Lagern liegt. „Wir haben dies in den Krankenhäusern noch nicht so groß gemerkt“, relativiert Dr. Jürgen Schmitz, Chefarzt und Transfusionsbeauftragter am Ev. Krankenhaus die Aussage. Dennoch sei die Entwicklung besorgniserregend. Derzeit würde der Blutspendedienst West auf Konserven der Nachbarspendedienste des Roten Kreuzes zurückgreifen, eine Dauerlösung könne dies jedoch nicht sein.

Im Ev. Krankenhaus greife man im chirurgischen Bereich hauptsächlich auf Eigenblut zurück, dass während einer Operation entnommen, gewaschen und wieder zurückgegeben werden könne. Bei den Kollegen der Inneren sehe die das schon anders aus, so Dr. Schmitz. Einen Vorrat von Blutkonserven, der sechs Tage abdeckt, sei erstrebenswert.

Nur alle 56 Tage darf heute ein Blutspender seinen Lebenssaft zur Verfügung stellen. Bei jeder Blutabnahme wird auf Hepatitis, Syphilis und Aids kontrolliert, Erstspender erhalten darüber hinaus noch Auskunft über ihre Blutgruppe. „Allein dafür lohnt sich die Blutspende“, so Dr. Kurt Gerritz. Und: Wer Blut spendet, rettet Leben. Wie aber kann man neue Spender gewinnen?

Wann immer in der Vergangenheit lokale Prominenz wie beispielsweise die Bürgermeister der einzelnen Kommunen mit gutem Beispiel vorangegangen sind, habe sich das Spendenaufkommen erhöht. Multiplikatoren auf die gerade Jugendliche hören würden, müssten eingebunden werden, überlegt dann auch Bürgermeister Michael Heidinger. Vereine, Institutionen, all sie sollten vermehrt angesprochen werden. Vermehrt auf die weiterführenden Schulen zugehen, schlägt der Chefarzt des Ev. Krankenhauses vor.

Noch sei die Forschung nicht soweit, Blut synthetisch herzustellen, so Schmitz. Nur Blutspenden können also Engpässen bei Blutkonserven entgegenwirken. „Wir als Kliniken profitieren von der Zusammenarbeit mit dem DRK im Bereich der Bluttransfusionen. Ausbildung, Fortbildung, auf Zuruf die besten Infos sowie eine großartige Forschung, all das gewährleistet das DRK unentgeltlich“, zählt Schmitz die Vorteile der Zusammenarbeit zwischen Kliniken und DRK auf. Und bittet alle Bürger, doch einen geringen Teil ihres Lebenssaftes regelmäßig zu spenden.

Birgit Gargitter


Kommentare
26.03.2013
12:48
Rückgang bei Konserven und Erstspendern
von Jakoko | #1

Das überrascht mich!
Bei der Spende am Freitag in Dinslaken war die Hölle los, die Leute haben Schlange gestanden.

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