Rote Karte für Bahnhöfe in Voerde

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Beim jährlichen Stationsbericht des Verkehrsverbundes stellten die Prüfer „erhebliche Mängel“ fest und bewerteten beide im Ampelsystem mit „Rot.“

Voerde..  Der VRR zeigt den Bahnhöfen in Voerde und Friedrichsfeld die rote Karte. Beim jährlichen Stationsbericht des Verkehrsverbundes stellten die Prüfer in beiden Stationen „erhebliche Mängel“ fest und bewerteten beide im Ampelsystem mit „Rot.“ Verbesserungen, so der VRR, seien „dringend erforderlich.“ Das allerdings bemängelte der VRR schon im vergangenen Jahr.

Viermal im Jahr untersucht der VRR die Stationen in punkto Sauberkeit, Funktion und Graffiti. „Rot“ gab es in Friedrichsfeld für den baulichen Zustand des Bahnsteigs – Unebenheiten in der Bahnsteigoberfläche und Bahnsteigkante – sowie für Graffiti in der Personenunterführung und an der Treppe sowie an der Treppenbalustrade am Bahnsteig.

In der Unterführung am Bahnhof Voerde bemängelt der VRR herumliegenden Müll und Graffiti an den Wänden. Hier, so betont der VRR, „ist die Stadt Voerde zuständig.“ Allerdings sah es am Bahnsteig – hier ist die Bahn für die Sauberkeit verantwortlich – offenbar nicht viel besser aus. Auch hier: herumliegender Müll und Graffiti am Wetterschutz.

Der Bahnsteig wird laut DB-Regional-Sprecherin Sonja Stötzel zweimal wöchentlich gereinigt, hinzu komme alle 14 Tage – und bei Bedarf – eine Grundreinigung. Die Beseitigung von Graffiti sei allerdings ein „Kampf gegen Windmühlen“, so Sonja Stötzel. Sie weist darauf hin, dass die Stationen im Zuge der Betuwe-Erweiterung umgebaut würden und hofft, dass sich „dann vielleicht auch das Müllabwerfverhalten dort ändert.“

„Das Problem ist nicht neu“, seufzte Wilfried Limke, 1. Beigeordneter der Stadt Voerde. Die Kommune komme ihrer Reinigungspflicht einmal wöchentlich nach, im Herbst wegen des Laubs zweimal wöchentlich. Nach der Veröffentlichung des VRR-Berichts wurde nochmals ein Reinigungstrupp rausgeschickt. Zu spät allerdings für die WGV, die am Donnerstag noch Fahrräder fotografierte, die tief im Herbstlaub standen und Limke die Fotos mailte.

Bahnhof Dinslaken

„Noch akzeptabel“ – so bewertet der VRR in seinem jährlichen Stationsbericht den Zustand des Dinslakener Bahnhofs. Das ist gegenüber dem vergangenen Jahr eine Verschlechterung.

Viermal im Jahr besuchen die VRR-Tester die Bahnhöfe und bewerten anschließend quartalsweise im Ampelsystem Funktion, Sauberkeit und Graffiti-Aufkommen. Im Jahr 2013 hatte der VRR in Dinslaken nichts zu beanstanden – alles im grünen Bereich.

„Gelb“ war die Gesamtbewertung für 2014 – das bedeutet, dass der VRR „geringfügige Mängel“ fand, deren Verbesserung aber nach Ansicht der Tester „nicht dringend erforderlich“ sei. Die Funktionalität des Bahnhofs wurde sogar mit „grün“ bewertet. Sowohl der Bahnsteig selbst als auch der Zugang sind also nach Ansicht der Tester vollkommen akzeptabel. Barrierefreiheit? Spielt bei der Bewertung keine Rolle.

„Bewerten nur Ist-Zustand“

„Ein nicht mehr zeitgemäßer Gesamtbauzustand einer Station oder vollständig bzw. teilweise nicht vorhandene Elemente für eine vollumfänglich barrierefreie Zugänglichkeit zum Bahnsteig und in die Fahrzeuge entsprechen zwar nicht den Qualitätsvorstellungen des Fahrgastes und des VRR, werden aber bei der Bewertung des Erscheinungsbildes einer Station nicht berücksichtigt“, heißt es in dem VRR-Bericht. „Wir können ja nur den Ist-Zustand eines Bahnhofs bewerten“, erläutert VRR-Sprecher Holger Finke, und nicht den – dann noch zu definierenden – optimalen Bahnhof zugrunde legen.

Das könnte sogar im Umkehrschluss bedeuten, dass der Bahnhof, wenn er einen nicht funktionierenden Aufzug hätte, in der Bewertung schlechter abschneiden würde, als jetzt, erklärt Finke.

Nur Schmierereien bemängelte der VRR im gesamten Bahnhof. Sowohl im Zugangsbereich als auch am Wetterschutz und an anderen Elementen auf dem Bahnsteig fanden die Prüfer bei mindestens einem Besuch Graffiti. Und die sind, so der VRR „die entscheidende Ursache für schlechte Bewertungen von Stationen.“ Denn solche „Verunreinigungen tragen in den Augen der Fahrgäste erheblich zum negativ empfundenen Gesamtergebnis einer Station bei. Fahrgäste nehmen Stationen als Ganzes wahr. Das Gesamtbild wird daher vom Bahnsteigbereich und insbesondere auch vom Zugangsbereich geprägt.“

Auch die Sauberkeit des Bahnsteigs war nicht optimal: Hier erhielt der Bahnhof die gelbe Plakette.