„Ratsmitglieder sind keine Fachleute und Experten“

Dinslaken..  FDP-Ratsherr Bernd H. Minzenmay will die Kritik aus der CDU an seiner Person so nicht stehen lassen. Sein Kampf gegen die Erhöhung der Aufsichtsratsbezüge sei nicht der politische Griff nach dem letzten Strohhalm, sondern sehr wohl inhaltlicher Natur. Die CDU wisse ganz genau, dass sich das zur Begründung der Erhöhung in Auftrag gegebene Gutachten PWC selbstverständlich nur auf solche Aufsichtsräte beziehe, die die Anforderungen des „Deutschen Corporate Governance Kodex“ erfüllten, was aber bei den Dinslakener Aufsichtsräten nicht der Fall sei, behauptet Minzenmay.

Der Liberale: An die Wahrnehmung der Aufgaben eines Aufsichtsrates seien zwingend Voraussetzungen und Qualifikationserfordernisse geknüpft, insbesondere Fachkenntnisse und einschlägige Erfahrungen. Diese Aufgabe könnten nur Fachleute wie Bankbetriebswirte, Analysten oder Wirtschaftsprüfer bewältigen, in der Regel aber nicht die willkürlich durch ihre Fraktionen entsandten Kommunalpolitiker. Und dass die 46 nach demokratischen Regeln „aus dem Volke gewählten“ Ratsmitglieder zufällig auch 46 erfahrene Fachleute und Wirtschaftsexperten seien, glaube wohl nicht einmal die CDU. Die, so Minzenmay, „dreisten“ Ratsbeschlüsse vom 16. Dezember seien auch noch lange nicht „vom Tisch“, wie von der CDU behauptet wird. Schließlich steht der dazu notwendige, erneute Ratsbeschluss noch aus. Und ob das Verhalten von SPD und CDU unkontrollierte „Selbstbedienung“ sei oder nicht, könne jeder Bürger am besten selbst beurteilen, so Minzenmay.