RAG will Kohleabbaufläche unter Dinslaken vergrößern

Der Schacht 10 der Zeche Prosper-Haniel war ursprünglich als Nebenschacht geplant.
Der Schacht 10 der Zeche Prosper-Haniel war ursprünglich als Nebenschacht geplant.
Foto: Kai Kitschenberg
Was wir bereits wissen
Bis Dezember 2018 will die RAG unter Dinslaken Kohle abbauen. Wichtige Rolle spielt Schacht 10. Für weitere Baufelder läuft das Genehmigungsverfahren.

Dinslaken/Hünxe.. In Lohberg sind schon viele Spuren des Bergbaus verschwunden. Die Zeche und die Kumpel haben nicht nur diesen Stadtteil geprägt. Das gesamte Ruhrgebiet steht für den Bergbau. Aber immer mehr verschwindet er. Viele Zechen sind schon dicht, die letzte schließt 2018. Bis dahin wird aber weiter Kohle gefördert. Auch unter der Stadt Dinslaken und der Gemeinde Hünxe sind die Kumpel aktiv.

Zwei weitere Abbauflächen will die RAG in Angriff nehmen. Dafür benötigt das Unternehmen einen Rahmenbetriebsplan, weshalb Ende Januar eine Amtliche Bekanntmachung veröffentlicht wurde. Darin informiert die RAG, dass sie ab November 2016 im Bereich der Stadt Dinslaken weiter Steinkohle abbauen will. Diese Felder liegen zwischen dem Heidesee und der Grafschaft, zwischen der Bergerstraße und der A2. Die Bekanntmachung ist vorgeschrieben, damit die Menschen, die in dem betroffenen Bereich wohnen, Bescheid wissen, eventuell Einwendungen einreichen können. Es zeigt aber auch, dass mit der Schließung der Zeche Lohberg nicht Schluss mit den Steinkohleabbau war.

Erdbeben

3600 Beschäftigte arbeiten noch auf Prosper Haniel

Der Abbau ging auch nach 2006 weiter. Nur fuhren die Kumpel nicht in Lohberg ein, um an die Kohlenvorräte zu gelangen. Der Schacht 10 des Bergwerks Prosper-Haniel ist der Ausgangspunkt geworden. Die Anlage befindet sich am Alten Postweg auf Bottroper Gebiet. Der Parkplatz ist immer noch gut gefüllt. 3600 Beschäftigte hat die Zeche Prosper Haniel noch, so Joachim Bock, Leiter der Markscheiderei. Hier ziehen sie die Bergmannskluft an, steigen in den Förderkorb und sausen 1000 bis 1200 Meter in die Tiefe.

Mit Personenzügen fahren sie der Kohle entgegen, den Rest des Weges legen sie zu Fuß zurück oder sie legen sich auf die vorhandenen Transportbänder. Mehrere Kilometer legen sie unter Tage zurück, berichtet Bock. Die Streben sind 350 Meter breit und können bis zu drei Kilometer lang sein. Täglich werden noch rund 12 000 Tonnen verwertbare Kohle abgebaut, für dieses Jahr ist der Abbau von 2,6 Millionen Tonnen vorgesehen. Die haben eine unterirdische Reise vor sich, gelangen nicht am Alten Postweg ans Tageslicht, sondern gelangen über Förderbänder bis zur Anlage Prosper II.

Tarifverhandlungen

Die Folgen des Bergbaus

Der Steinkohleabbau unter Dinslaken und Hünxe habe nie aufgehört, sagt Bock. Nur die Wege bis zur Kohle haben sich geändert. Der Schacht 10 sei 1976 als kleiner Nebenschacht geplant worden, jetzt ist er der Hauptschacht. Zu dieser Zeche gehört auch der Schacht Hünxe. „Wir haben ihn vom Bergwerk Lohberg übernommen, ihn brauchen wir für die Entlüftung“, erläutert Bock.

Die Auswirkungen des Steinkohleabbaus könnten auch in Lohberg zu spüren sein. Direkt über den neuen Abbauflächen gibt es kaum Häuser. Die Abwicklung von Bergbauschäden gehöre für die RAG-Mitarbeiter auch heute noch zum Tagesgeschäft, sagt Bock. Allerdings müssen heute nicht die Hausbesitzer beweisen, dass Risse in den Wänden oder andere Schäden durch den Bergbau verursacht wurden. Die RAG muss beweisen, dass ihre Tätigkeit nicht die Schäden verursacht hat.

Wenn keine Kohle mehr gefördert wird, ist nicht von Heute auf Morgen Schluss: Es wird aufgeräumt, Sachen, die nicht unter Tage bleiben dürfen, werden demontiert und an die Erdoberfläche gebracht.