Punk und Folk für Nepal

Voerde..  Mit seiner roten Ente fuhr Peter Laumen nach dem Studium bis nach Nepal - knapp 27 Jahre ist das jetzt her. Seitdem war er insgesamt zehn Mal dort und ist begeistert von Land und Leuten. Um die Menschen nach dem Erdbeben zu unterstützen, veranstaltete Laumen am Freitagabend eine Benefizaktion im Jugendzentrum Stockumer Schule, wo er als pädagogischer Leiter arbeitet. Er berichtete über die aktuelle Situation in Nepal, dazu gab’s für die Besucher nepalesische Spezialitäten und Live-Musik.

Eine Mischung aus Punk, Folk und Country lieferte die amerikanische Band Nowherebound. Die Band aus Austin, Texas, sollte eigentlich schon am Abend zuvor spielen, schaffte es aber aufgrund eines ausgefallenen Fluges nicht über den großen Teich. Das Konzert in Voerde, das auch der erste Halt auf ihrer Europatour war, spielten die drei Jungs dann in Wohnzimmeratmosphäre vor rund 20 Besuchern. Die zweite musikalische Einlage bot das Bandprojekt der Musikschule Mark Koll aus Kaarst. Koll am Keyboard und Kollege Rainer am Cajón begleiteten zwei Gesangsschülerinnen.

Diese waren begeistert von der Benefizveranstaltung. „Bislang bin ich nur durch das Fernsehen informiert. Hier bekommt man dann noch mal einen ganz neuen Zugang dazu, dadurch, dass man eine persönliche Geschichte dazu hört“, sagte zum Beispiel Monika Giesen. Diese kam von Peter Laumen, der stellvertretender Vorsitzender der Kaarster Nepal Initiative (KNI) ist. Er brachte Fotos aus dem Erdbebengebiet mit und erzählte von der Arbeit seiner Hilfsorganisation. Die Besucher hörten interessiert zu und stellten immer wieder Fragen. Peter Laumen selbst war seit dem Erdbeben nicht vor Ort, eine Partnerorganisation der KNI kümmert sich aber mit deren Hilfe in Nepal um die Opfer.

Als er von dem Erdbeben am 25. April hörte, war Peter Laumen schockiert. Er ist Pate eines nepalesischen Jungen, der in der Hauptstadt Kathmandu lebt. Er habe sofort versucht ihn zu erreichen, „aber ich habe fünf oder sechs Tage nichts gehört, ich wusste nicht, was Sache ist.“ Dann die Erleichterung: Seinem Patenjungen und der Familie in seinem Heimatdorf ginge es gut.

Schlimmer sieht es dagegen in anderen Gebieten aus. „Viele Teile des Landes sind dem Erdboden gleichgemacht“, schildert Laumen.

Eine Zeltplane und Decken sowie Reis, Öl, Linsen, Kekse, Salz, Zucker und Gewürze. Das sind die Inhalte der Hilfspakete, die in die zerstörten Dörfer geliefert werden. Pro Familie ein Paket, das ungefähr für eine bis zwei Wochen reiche. Diese Sachen werden vor Ort gekauft, finanziert aus Spenden. Die Besucher nutzten den Abend, um ihren Teil beizutragen. „Die Leute haben die Hilfe bitter nötig“, sagte Burghard Pohl, der auch etwas Geld in die Spendenbox steckte.

Laumen plant, im nächsten Jahr wieder nach Nepal zu reisen. Solange unterstütze er die Menschen weiter von Deutschland aus. Am Ende des Abend waren 400 Euro für weitere Hilfslieferungen zusammengekommen.