Preis für Spellener Architekten

Foto: Ralph Sondermann / VISUM

Voerde/Bocholt..  „Jeden Tag eine vielschichtige, neue Herausforderung“ - so beschreibt Jens Matzken seinen Beruf. Vor fünf Jahren hat sich der gebürtige Spellener zusammen mit seinem einstigen Studienkollegen aus Münster, Uli Winkelmann, mit einem Architekturbüro in Bocholt selbstständig gemacht. Das Duo nimmt gehörigen Rückenwind mit ins neue Jahr.

Auf die Aufnahme in den Bund Deutscher Architekten folgte der Förderpreis des Landes NRW für junge Künstler in der Sparte Architektur. Weitaus wichtiger als die damit verbundenen 7500 Euro sind den Preisträgern die „Schlüssel“ zu neuen Türen aus den Händen von Kulturministerin Ute Schäfer „Noch am Abend der Verleihung im LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster wurden wir angesprochen, ob wir uns nicht für ein neues Schulprojekt bewerben wollen“, so der 39-Jährige.

Es ist bei Weitem nicht der erste Preis für das Architektenduo. Zwei Projektsiege aus dem Jahre 2011 werden in den kommenden Monaten in die Tat umgesetzt: ein Kindergarten plus Jugendheim in Rheinberg sowie ein Kindergarten plus Pfarrheim in Duisburg-Rheinhausen. In hiesigen Breitengraden zeichneten sie für die Erweiterung der Erich-Kästner-Schule in Voerde verantwortlich.

„Zumindest ich sehe mich nicht unbedingt nur als Künstler, denn das ist eher der geringere Teil der Aufgaben“, sagt Jens Matzken im Hinblick auf den Namen des NRW-Förderpreises, für den er und sein Partner von der Architektenkammer vorgeschlagen wurden. „Und so jung sind wir ja auch nicht mehr. Von daher waren wir über die Auszeichnung schon etwas überrascht, aber sehr erfreut.“

Fachabitur und dann das Studium

Überrascht hat er in seiner Jugend seinen Freundeskreis auch mit Acryl-Gemälden. Vielleicht war es die zu geringe Wertschätzung der Kollegen, die ihn nach der mittleren Reife dann doch erst zum präzisen Strich des Bauzeichners, dem Fachabitur und schließlich zum Architekturstudium nach Münster und Delft geführt hat.

Bestätigen kann der Spellener die geltenden Klischees und bisweilen Ressentiments, die zwischen dem Ruhrgebiet und den Westfalen herrschen. „Mir gefällt die direkte Art des Niederrheiners. Aber auch mit der meistens ja nur zu Beginn eher reservierten Art der Westfalen komme ich gut klar - sonst hätte ich ja wohl kaum eine gebürtige Bocholterin geheiratet“, fügt er augenzwinkernd hinzu.

Dabei gilt im Büro „Winkelmann_Matzken“, wo die beiden noch zwei Mitarbeiter beschäftigen, der offene Dialog als Pflicht. „Bei den Projekten ist immer einer federführend, aber besprochen wird alles gemeinsam“, so Matzken, auf den die „vielschichtigen, neuen Herausforderungen“ künftig auch nachts warten. Die Federführung bei der Namensgebung des noch in diesem Monat erwarteten ersten Kindes scheint aber Frau Regina zu haben. „Noch sind es ein paar Tage. Aber ich befürchte, mein Vorschlag wird es nicht.“

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