Polizei erwartet 500 Teilnehmer

Christen und Muslime wollen am Montag gemeinsam in Dinslaken ein Zeichen setzen gegen Hass und Gewalt.
Christen und Muslime wollen am Montag gemeinsam in Dinslaken ein Zeichen setzen gegen Hass und Gewalt.
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
Weitere Institutionen, Vereine, Parteien und Kirchen auch aus umliegenden Kommunen rufen zur Teilnahme an der Kundgebung gegen Hass und Gewalt am Montag auf dem Neutorplatz auf.

Dinslaken..  Rund 500 Teilnehmer und einen ruhigen Verlauf erwartet die Kreispolizei bei der „Kundgebung gegen Hass und Gewalt und für ein friedliches Miteinander“ , zu der Dinslakener Muslime und Christen sowie die Stadt am Montag, 18 Uhr, auf dem Neutorplatz einladen. Gleichzeitig rufen immer mehr Parteien, Vereine und Institutionen auch aus umliegenden Kommunen ihre Mitglieder auf, sich zu beteiligen.

Das Ganze wird, so Stadtsprecher Horst Dickhäuser, den Charakter einer Mahnwache bekommen. „Bürger dieser Stadt sowie Besucher sollen mit Blick auf die jüngsten Ereignisse in Frankreich Flagge zeigen und für ein friedliches Miteinander der Kulturen demonstrieren“. Von einer kleinen Bühne auf dem Neutorplatz begrüßt ab 18.15 Uhr Burhan Cetinkaya, der Integrationsbeauftragte der Stadt, die Teilnehmer. Danach kommen für die Veranstalter Gülsum Yigit vom Integrationsrat und Pfarrer Wilfried Faber-Dietze zu Wort, bevor Bürgermeister Michael Heidinger sich gegen 18.30 Uhr an die Teilnehmer wendet. Anschließend sprechen Superintendent Friedhelm Waldhausen, Pfarrer Bartholomäus Kalscheur und der Iman der Arrahma-Moschee, Said Chengafe, ein gemeinsames Friedensgebet.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft im Kreis Wesel fordert ihre Mitglieder sowie alle anderen Lehrer und Schüler auf, an der Veranstaltung teilzunehmen. „Gerade als Pädagogen setzen wir uns für ein friedliches Miteinander aller Menschen mit unterschiedlicher Lebensweise, Weltanschauung, Religion oder Kultur ein“, so die Gewerkschaft. „Durch die Teilnahme an der Demonstration setzen wir ein deutliches Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassenhass und Antisemitismus.“

Die beiden türkisch-islamischen Gemeinden in Möllen und Fried-richsfeld kündigten gestern an, in ihren Freitagsgebeten zur Teilnahme an der Mahnwache am Montag in Dinslaken aufzurufen. Den Terror verurteilen sie „auf das Schärfste“, wie ihr Sprecher Hasan Gördü im Gespräch mit der NRZ erklärte. „Der Islam ist eine friedvolle Religion. Er wird von den Terrorgruppen missbraucht und in Verruf gebracht.“ Mit der Teilnahme an der Kundgebung in Dinslaken wollen beide türkisch-islamischen Gemeinden aus der Nachbarstadt ein „Zeichen setzen“, wie Hasan Gördü betont.

Die Linke aus Dinslaken ruft die Bürger auf, sich ebenso engagiert zu zeigen, wie beim Dinslakener Appell für Toleranz, den im vergangenen Jahr 3000 Menschen in Dinslaken unterschrieben haben. Die Fraktion selbst wird sich aufteilen, so dass sie sowohl bei der Kundgebung in Dinslaken als auch bei der Anti-Pegida-Demo in Duisburg vertreten ist.

Auch CDU-Bundestagsabgeordnete und Ex-Bürgermeisterin Sabine Weiss will am Montag in Dinslaken Flagge zu zeigen: „Wir lassen unsere Gesellschaft durch Terroristen nicht spalten. Die überwiegende Mehrheit der Muslime lebt hier friedlich auf der Grundlage unserer Gesetze und Werte. Sie sind Opfer der Terroristen, die mit ihren brutalen Anschlägen auch bezwecken, dass Muslime hier ausgegrenzt und unter Generalverdacht gestellt werden“, schreibt Sabine Weiss in ihrem aktuellen Newsletter aus Berlin.

Das Deutsche Rote Kreuz Dinslaken-Voerde-Hünxe ruft auf, „für eine offene und friedliche Gesellschaft einzutreten“ und betrachtet „mit Sorge die wachsende fremdenfeindliche Stimmungsmache in unserem Land“. „Kulturelle Vielfalt erleben wir nicht als Bedrohung sondern als Bereicherung“, so das DRK.

Die Kundgebung beginnt um 18 Uhr auf dem Neutorplatz. Nach derzeitigem Stand der Dinge wird sie etwa gegen 19 Uhr beendet sein, so die Stadtverwaltung Dinslaken. Die Stadtpressestelle bittet die angrenzenden Ladeninhaber und Gewerbetreibenden um Verständnis.

Die Teilnehmer der Kundgebung werden gebeten, Kerzen mitzubringen.


Auch der TV Jahn Hiesfeld bittet seine Mitglieder, an der Kundgebung am Montagabend in Dinslaken teilzunehmen