Politik steht zur Sparkassen-Fusion

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Dinslaken..  SPD-Fraktionsvorsitzender Jürgen Buchmann ist überzeugt davon, dass die Fusion der Sparkassen in Dinslaken und Wesel der entscheidende und richtige Schritt ist, um dem hiesigen Geldinstitut aus der Notlage zu helfen. „Wir hatten viele Fragen und haben ausführliche Antworten bekommen“, resümiert der SPD-Chef die Informationsveranstaltung der Stadträte vom Montag. In dessen Rahmen hatte die Sparkasse die Fusion als Weg in die Zukunft beschrieben, die Stadträte müssen nun in der übernächsten Woche entscheiden, ob es dazu kommt. Obwohl eine positive Stimmung durchaus spürbar ist, spricht Buchmann noch für sich: Heute berät der SPD-Fraktionsvorstand, die komplette Fraktion trifft sich am Montag.

Die CDU-Fraktion trifft sich heute, um zu beraten. Obwohl er die endgültige Ratsvorlage noch nicht kenne und der Fraktionsmeinung nicht vorgreifen wolle, gehe er von einer breiten Zustimmung zur Fusion aus, so Fraktionsvorsitzender Heinz Wansing. „Die Frage ist doch: Handeln wir oder lassen wir es darauf ankommen, dass wir bald behandelt werden?“, so Wansing. Mit Blick auf die spärlichen Alternativen könne man froh sein, mit der Sparkasse Wesel einen vertrauenswürdigen Partner gefunden und faire Verhandlungen auf Augenhöhe geführt zu haben. Und: Das Zeitfenster sei klein, schon bald könnte der Sparkassen-Verband das Heft des Handelns in die Hand nehmen und eine Fusion unter ganz anderen Vorzeichen herbeiführen.

Auch die Dinslakener Linke steht der Fusion mit der Verbandssparkasse Wesel prinzipiell positiv gegenüber, lobt auch, dass keine Beschäftigten entlassen werden sollen. Dennoch wird man nach derzeitigem Stand der Dinge nicht zustimmen: „Wir können das nicht, so lange keine konkreten Zahlen auf dem Tisch liegen“, so Linke-Fraktionsvorsitzender Gerd Baßfeld.

Auch UBV-Fraktionsvorsitzender Heinz Brücker macht seinen Unmut darüber deutlich, dass der Jahresabschluss der Sparkasse erst wenige Tage nach dem Ratsentscheid veröffentlicht werden soll. „Die Dringlichkeit, mit der der Beschluss jetzt vorangetrieben wird, erschließt sich mir im Ganzen nicht“, so Brücker. Dennoch geht er davon aus, dass die UBV der Fusion zustimmen wird, da sich aus seiner Sicht in absehbarer Zeit für die Sparkasse Dinslaken-Voerde-Hünxe keine bessere Lösung anbieten dürfte.

Für Grünen-Fraktionschefin Lilo Wallerich hat die Info-Sitzung am Montag vor allem eines gebracht: Erleichterung. Als Mitglied des Verwaltungsrates sei es ihr nicht immer leicht gefallen, nichts aus den laufenden Verhandlungen zu berichten. „Ich bin so froh, dass wir mit der Weseler Sparkasse auf Augenhöhe verhandeln konnten und zu so einem tollen Ergebnis gekommen sind“, so Wallerich. Obwohl die Fraktion erst am Montag berät, geht Wallerich von einer breiten Zustimmung aus.