Poesie, Chansons und Comedy

Dinslaken..  Vier Künstler beendeten mit ihren Darbietungen vor Publikum eine lehrreiche Woche im Theater Halbe Treppe. Vorangegangen war der Aufführung ein Workshop im Rahmen einer Osterakademie, in der sich Kleinkünstler dieses Mal insbesondere mit Licht- und Tontechnik unter professioneller Anleitung auseinandersetzen konnten. So war das „Kleine Kunst Konzert“ nicht nur für das Publikum etwas Besonderes: „Es wird ein ganz bezaubernder Abend, weil wir die Chance haben, noch einmal die eigenen Kollegen zu sehen“, erklärte Kordula Völker.

Für die Woche war Rainer Markus Wimmer eigens aus Karlsruhe angereist. Der Liedermacher machte den Einstieg in den Abend. Wimmer, mittlerweile überzeugter Ü-60er, sinnierte in seinen Liedern über das Älterwerden, neue Herausforderungen und unbewältigte Ikea-Traumata. Mal melodisch weich, mal kraftvoll sang Wimmer und untermalte seinen Gesang mit Gitarrenmusik. Doch neben der Musik gab Wimmer noch eine Kostprobe seiner zweiten Leidenschaft, der Poesie. Seine kurzen Nonsens-Gedichte sind vor allem Ausdruck seiner Liebe zu Wortspielen und Zweideutigkeiten der deutschen Sprache.

Ihre Liebe zur deutschen Sprache stellte auch die darauffolgende Kleinkünstlerin unter Beweis. „Jetzt wird es furios. Chansons wie wir sie noch nie erlebt haben“, warnte Kordula Völker da schon mal vor. Elsbeth Haak, die normalerweise von Marius Closca am Piano begleitet wird, nahm es dieses Mal alleine mit den Oktaven auf. Doch statt einfühlsam tragischer Chansons á la Dalida oder Hildegard Knef bot Haak unterhaltsame, humorvoll gesungene Geschichtchen über den letzten Campingurlaub oder einen zünftigen Rehbraten.

Eine Mischung aus Comedy, Kabarett und Musik gab der Liedermacher Wolfgang Summerer zum Besten. Thematisch zog der Bochumer, dem man seinen bayerischen Migrationshintergrund anhörte, einen weiten Bogen von Konflikten mit dem eigenen Körper bis hin zu Börsianern, denen man „die Anzughosen ausziehen sollte“. In einem Lied verarbeitete Summerer den Lebenswandel seines Vaters, der als Rentner noch seine Vorliebe für Yoga und Marihuana entdeckt hat.

Zum Abschluss griff dann die Hausherrin selbst in die Saiten. Kordula Völker bot Altbekanntes aus ihrem Programm „Adrenalin – kleine Wunder“ und gab neu Entdecktes preis. In ihren Liedern gab sie Denkanreize zum Leben, über das Glück und die Erkenntnis. „Leben deinen Traum, gehe deinen Weg“ – so die gesungene Essenz ihrer Philosophie.