Platzsanierung als Option?

Die Sportstätte Am Tannenbusch.
Die Sportstätte Am Tannenbusch.
Foto: Heiko Kempken / WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Gelockerte Lärmschutzauflagen würden laut Stadt eine Planung an alten Sportstandorten nicht per se begünstigen

Voerde..  Die Überlegungen der Bundesregierung, die Lärmschutzauflagen für den Betrieb von Sportstätten in Wohngebieten zu lockern, beinhalten eine insbesondere auch für Voerde interessante Facette: So soll die Modernisierung alter Sportanlagen künftig nicht mehr dazu führen, dass nach dem Umbau niedrigere Lärmgrenzen gelten (die NRZ berichtete).

Verwaltung und Befürworter einer Verlagerung der Sportstätten der SV 08/29 Fried-richsfeld haben diesen Punkt in der Vergangenheit in der Debatte um den Bau des neuen Sportparks im Babcock-wald stets als ein tragendes Argument gegen eine Sanierung der Altanlagen angeführt und dabei auf deren damit verloren gehenden Bestandsschutz mit möglichen Klagen von Nachbarn verwiesen.

Welche Auswirkung eine solche mögliche Neuregelung auf die Sportbedarfsplanung in Voerde haben würde, lässt sich laut Voerdes Planungsdezernent Wilfried Limke zum jetzigen Zeitpunkt nicht beantworten. Er verweist auf das Gutachten, in dessen Zuge die Bedarfe im Sportbereich für das gesamte Voerder Stadtgebiet und darauf basierend die konkreten Anforderungen für Friedrichsfeld ermittelt werden sollen.

Die „Nullvariante“ – die Sanierung der bestehenden Sportanlagen am jetzigen Standort – ist Limke zufolge Teil der Prüfung. Eine neue Richtlinie würde dabei mit abgewogen. Dass sich daraus eine Hoffnung nähren könnte, doch an den Altstandorten planen zu können, erkenne er nicht. Limke weiter: „Nur daraus erwarte ich keine grundlegend andere Entscheidung.“ Der Aspekt Lärm sei nur eine Facette, die bei der Abwägung mit „ins Kalkül“ gezogen werden müsse. Der Bestandsschutz werde an mehreren Parametern geprüft.

Auch gebe es noch andere Abhängigkeiten wie etwa Kosten, Zentralität. Darüber hinaus dürften die Befürworter einer Sportstättenverlagerung ihr Argument der weiteren Entwicklung des Stadtteils Friedrichsfeld erneut anführen: Die Altstandorte, so war der Plan bislang, sollen von der Stadt als Wohnbauflächen vermarktet werden und die Mittel daraus der Gegenfinanzierung eines neuen Sportparks im Babcock-Wald dienen.

Momentan handele es sich bei den Plänen der Bundesregierung zu einer Lockerung der Lärmschutzauflagen für Sportanlagen in Wohngebieten um eine „Absichtserklärung“, gibt Limke zu bedenken. Es bleibe abzuwarten, was die neue Lärmschutzrichtlinie aussage.