Platz da für den Osterhasen

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Was wir bereits wissen
Das Gerücht hält sich hartnäckig: dass die Schoko-Weihnachtsmänner, die niemand kaufen wollte, eingeschmolzen und zu Osterhasen werden. Ob das stimmt, fragen wir in der Dinslakener Innenstadt.

Dinslaken.. Das Gerücht hält sich hartnäckig: dass die Schoko-Weihnachtsmänner, die niemand kaufen wollte, eingeschmolzen und zu Osterhasen werden. Ob das stimmt, fragen wir in der Dinslakener Innenstadt – und auch, was die Geschäfte nun, nach dem Fest, mit den übrig gebliebenen Nikoläusen, Tannenbäumen, Glitzersternen anstellen. Denn Osterhasen und Frühlingsdeko warten schon längst in den Lagern.

Ab Februar ist Ostern

Wenn andere gerade in Weihnachtsstimmung kommen, sind Bärbel Spickermann und Andrea Poggenpohl schon ein Fest weiter. „Mitte Dezember“, so Bärbel Spickermann, werden bei „Vedera“ auf der Neustraße die Osterartikel angeliefert – und noch eher, im Sommer nämlich, bestellt.

Mitte Februar muss dafür Platz in den Regalen sein. Damit das klappt, werden die übrig gebliebenen Weihnachtsmänner heftig reduziert. Viele sind es ohnehin nicht, sagen die beiden.

So läuft es auch bei Risse mit den letzten drei Zuckerhutfichten, die nun ein Drittel kosten, und beim Euroshop: 50 Cent kostet der Rest vom Fest dort gerade – und wird bei Bedarf noch einmal reduziert. Dass viel liegen bleibt, darüber macht sich Constanze Fromm keine Sorgen. Sie coacht derzeit die neuen Mitarbeiter – und weiß aus Erfahrung, „dass das alles weg geht“. Jawohl, auch im Januar noch. „Zeitloses“, wie Geschenkpapier werde zurückgeschickt oder eingelagert – und kommt im Herbst wieder in den Verkauf. Denn auch hier braucht man Platz: „Jetzt kommen schon Valentinstag, Karneval, dann Ostern. Das ist ja alles sehr schnelllebig“, so Fromm.

Bei Tedi führen die Osterhasen, Karnevalshüte und Weihnachtswichtel schon jetzt ein gemütliches Miteinander – letztere reduziert. Bei Thalia sind die BVB-Weihnachtsmänner auf die Hälfte ermäßigt. Was aber keine Folge des Tabellenstands ist – den Bayern-Nikoläusen geht es nicht besser – sondern eben jahreszeitlich bedingt. Was auch reduziert nicht verkauft wird, wird zurückgeschickt - oder eingelagert. Weihnachts-Backbücher etwa, so Vera Theus. Denn nach Weihnachten ist vor Weihnachten – und gebacken wird auch im Advent 2015.

Anders gegenüber beim Tabakladen: Weihnachtskarten? Werden gegen Erstattung zurückgeschickt und „dann geschreddert“, weiß Bernhard Sosnowski.

Und die Schoko-Weihnachtsmänner? Sind bei der Confiserie Hussel stark reduziert. Einschmelzen und zu Osterhasen gießen? „Das ist schon aus Hygienegründen nicht möglich“, räumt Filialleiterin Ruth Maas mit Gerüchten auf. Im Ernstfall werden „Sebastian“ und Co als Bruchschokolade verkauft, sagt sie – „für Trinkschokolade oder zum Backen“.

Seine Konditorei habe keine Weihnachtsmänner übrig, sagt Josef Lueg. „Ich sage lieber zwei Tage vor Weihnachten ‘ausverkauft’ als etwas über zu behalten.“ Das große Hexenhaus aus dem Fenster spendete er dem Friedensdorf, die kleinen bekamen die Mitarbeiter. Die Spekulatius werden im Café zu warmen Getränken gereicht und die Glücksschweinchen von Silvester? Werden noch gekauft – Glück braucht man schließlich immer...