Planungen in der Diskussion

Die Bäume längs der B8 wurden im April gefällt.
Die Bäume längs der B8 wurden im April gefällt.
Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Servi
Was wir bereits wissen
Feuerwehrgerätehaus Friedrichsfeld: Stadt dementiert Behauptungen, nach denen das Grundstück nicht passgenau sein soll. Vorerst keine zusätzliche Ampel geplant

Voerde..  Die Stadt tritt mit Vehemenz anonymen Behauptungen entgegen, wonach es bei der Planung des neuen Feuerwehrgerätehauses in Friedrichsfeld Probleme geben soll. So erreichten die NRZ-Redaktion per E-Mail Hinweise, dass das Grundstück an der B 8/Ecke Hugo-Mueller-Straße zu knapp bemessen sei und die Einsatzfahrzeuge deshalb in der Folge nicht genügend Platz hätten, um aus dem Gerätehaus zu kommen. Am Montag gab es einen „Feldversuch“ am Feuerwehrgebäude in Voerde, bei dem geschaut werden sollte, „wieviel Vorplatz“ das neue Feuerwehrgerätehaus benötigt, damit die Einsatzfahrzeuge problemlos losfahren können. So zu lesen in der E-Mail eines Mitarbeiters aus dem Ordnungsamt, die der NRZ ebenfalls anonym zuging – vom gleichen Absender. Das Projekt wird bekanntlich vom Eigentümer des Grundstückes realisiert, die Stadt mietet das Feuerwehrgebäude vom Investor an. Neben dieser Nutzung werden auf dem Gelände ein Pflanzenhandel, ein Bürogebäude mit Wohnung und ein Imbiss platziert sein.

Die Stadt weist die Behauptungen energisch zurück. Planungsdezernent Wilfried Limke erklärte gestern auf NRZ-Anfrage, dass besagter Ortstermin zum „ganz normalen Abstimmungsprozess“ im Zuge des laufenden Genehmigungsverfahrens gehört. Bei dem „Feldversuch“ sei überprüft worden, ob sich die „echten“ Radien der Fahrzeuge mit denen in der Planung zugrunde gelegten decken. Zu dem Ergebnis äußerte sich Limke mit Verweis darauf, dass es sich um eine interne Abstimmung handelt, nicht. Er ließ offen, ob und, wenn ja, wieviel Platz fehlt. „Wenn es ein attestiertes Delta gibt, kann man darauf reagieren“, stellte er fest. Das Gebäude könne verschoben werden, das sei kein Problem. Der Planungsdezernent betonte, dass das gefahrlose Ein- und Ausfahren der Einsatzfahrzeuge sichergestellt sein wird. Das alles sei völlig unspektakulär, ein ganz normaler Vorgang, der der Qualifizierung der Baugenehmigung diene. Es sei wichtig, dass Dinge noch einmal überprüft würden, betonte er und verwies darauf, dass sich Anforderungen im Laufe der Planung verändern könnten.

Auch gegen die anonym erhobene Behauptung, dass die Ampelanlage, über die der Feuerwehr ein ungehindertes Ausrücken vom Gelände auf die B 8 ermöglicht werden soll, aus Kostengründen gestrichen wurde, verwahrte sich der Planungsdezernent. Zu Lasten der Sicherheit werde aus Kostengründen nichts gestrichen, betonte Limke. Fakt ist, dass es zunächst keine zusätzliche Ampelschaltung geben wird – was, wie es heißt, nach Einschätzung von Verkehrsexperten und Feuerwehr machbar sein soll. Sollten sich die Abläufe als nicht optimal herausstellen, würde an der B 8 eine Vorschaltampel installiert, die von der Feuerwehr selbst ausgelöst würde.

„Hoch fahrlässig“

Limke betont, dass im Verfahren um den Neubau des Feuerwehrgerätehauses ein hoher Konsens zwischen allen Beteiligten herrsche. Er wertet die anonymen Behauptungen als den Versuch, „störend“ zu wirken. Dies sei „schädlich“ und „hoch fahrlässig“ vor dem Hintergrund dessen, „was tatsächlich passiert“. Wer Fragen zu dem Projekt habe, könne sich jederzeit an die Stadt wenden. Die Stadt würde nichts genehmigen, durch das die Feuerwehr in ihrer Funktionstüchtigkeit eingeschränkt wäre, es sei oberstes Gebot, dass diese ganz vorne steht.