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Patchwork-Familie im Krampf der Kulturen

21.02.2013 | 23:00 Uhr
Patchwork-Familie im Krampf der Kulturen
Restlos ausverkauft war dieFoto: Mendel

Dinslaken.   Musical AG des Theodor-Heuss-Gymnasiums brachte „Türkisch für Anfänger“ auf die Bühne.

„Türkisch für Anfänger“ heißt die Projektarbeit, die die Musical AG des Theodor-Heuss-Gymnasiums am vergangenen Mittwoch auf die Bühne der Kathrin-Türks-Halle brachte. Angelehnt an die gleichnamige Fernseh-Serie begeisterten rund 60 Schüler die Zuschauer in der bis auf den letzten Platz gefüllten Halle.

Thematisch beschäftigt sich das Stück mit dem Zusammenleben einer deutsch-türkischen Patchwork-Familie. Lena, gespielt von Lena Möllmann, ist ein eigensinniger und vor Energie strotzender Teenager, die des öfteren Meinungsverschiedenheiten mit ihrer etwas alternativen Mutter Doris (Anna Uhlenbruck) hat. Das gilt besonders dann, wenn es um Doris’ Freund Metin (Christopher Horstmann), einen türkischstämmigen Polizisten, geht. Doch statt Lenas Wunsch Folge zu leisten und sich von dem „albanischen Terroristen“ zu trennen, beschließen die beiden Verliebten, zusammenzuziehen.

Heimliche Liebe und offener Zwist

Das Musical ging mit ironischer, manchmal überspitzter und immer humorvoller Weise auf weit verbreitete Stereotypen und falsche Wahrnehmungen zwischen den beiden Kulturen ein. Aber auch alltäglichere Themen wie Liebe, Freundschaft oder speziell in der Pubertät auftretende Probleme, waren in das Programm eingeflochten.

Doris, die ihre beiden Kinder Lena und Nils (Leon Allée), und Metin, der seinen selbstbewussten Sohn Cem (Loubna Doudouh) und seine streng religiöse Tochter Yagmur (Viyan Nesrat) in die neugegründete Familie mitnehmen, versuchen alles, um ein harmonisches Miteinander zu erreichen. Doch besonders Lena und Cem, der eigentlich heimlich in Lena verliebt ist, kommen auf keinen grünen Zweig und gehen, wann immer möglich in Wortgefechten aufeinander los.

Besonders in melancholischen Szenen drückten die Schauspieler/innen ihre Gefühle in solistischen Gesangspassagen aus, die durch Su-Jin Park am Flügel begleitet wurden. Ein Highlight war auch die kleine Nebenrolle einiger THG Lehrer/innen, die die Rolle von pubertierenden Schüler/innen übernahmen.

Durch die neue Lebenssituation sehen sich die Mitglieder der Familie Öztürk-Schneider derweil dazu gezwungen, sich mehr aufeinander einzulassen. Vorurteile werden abgebaut und die anfänglich mit Abweisung reagierenden Protagonisten bewegen sich aufeinander zu. Zum Schluss kommt es dann doch noch zu einem Happy End: Doris und Metin heiraten, Lena und Cem führen eine Beziehung und auch Yagmur ist einem Jungen, Costa (Jule Gosch), nähergekommen.

Das Musical, „Türkisch für Anfänger“, machte sich nicht viel aus politischer Korrektheit, doch gerade das steigerte den Unterhaltungswert. Das Publikum dankte es den Mitwirkenden und den Lehrerinnen Claudia Köhne und Anja Zimmermann, denen die Leitung des Musicals oblag, mit tosendem Applaus.

ür die Musik sorgten unter der Leitung von André Lindecke: Matthias Kampen (Gitarre), Berkan Aydin (Bass/türkische Gitarre), Felix Lohmann (Schlagzeug) und Devrim Celik (Keyboard). Mit einstudierten Choreographien sorgten Tänzerinnen für abwechslungsreiche Unterhaltung.

David Knapp



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