Orientalischer Tee trifft Käsekuchen

Mittwochs wird in  Hünxe: Austauchen und Spielen im Integrationscafé.
Mittwochs wird in Hünxe: Austauchen und Spielen im Integrationscafé.
Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Servi
Was wir bereits wissen
Im neuen Integrationscafé von Caritasverband und Gemeinde Hünxe begegnen sich Menschen unterschiedlichster Herkunft. Bürger und Flüchtlinge sind gleichermaßen willkommen

Hünxe..  Wer am Mittwochnachmittag das Gebäude der Volkshochschule Hünxe betritt, der wird sich im Ausschnitt einer anderen Welt wiederfinden. In der Küchenzeile kocht Tee auf orientalische Art. Gläser für den heißen Trank stehen parat und dazu gibt es Käsekuchen. Diese Kombination ist ein Sinnbild für das, was hier im Integrationscafé passiert: ein Treffen von Kulturen, eine Begegnung von Menschen, die aus ihrer Heimat hierher geflohen sind mit Bürgern der Gemeinde. Und das ist ein Zusammentreffen auf Augenhöhe.

„Der Tee ist für viele der Flüchtlinge ein Stück Heimat, auch wenn der Kaffee, den wir hier üblicherweise trinken, natürlich auch aus der Gegend kommt“, erklärt Kemal Akte-kin. Der Mitarbeiter des Fachdienstes Migration und Integration des Caritasverbandes Dinslaken-Wesel weiß aber auch, dass das Heißgetränk mehr sein kann, als ein Stück Heimatgefühl. „Es ist oft auch die Brücke zu einem ersten Gespräch“, berichtet er. „Das Café soll eine Möglichkeit für Flüchtlinge sein, mit den Hünxern in Kontakt zu kommen und sich zu integrieren.“

Schicksale und Ängste

Und das kann man selbst beobachten oder erleben, wenn man sich mit den Gästen des Integrationscafés an einen Tisch setzt. „Die Menschen kommen von überall als Flüchtlinge hierher“, sagt Antje Geßmann vom Sozialamt der Gemeinde Hünxe. Sie kümmert sich mit um die Asylsuchenden, die aus Guinea, Ghana, Albanien, Algerien, Syrien, Afghanistan, dem Iran und dem Irak kommen. Viele der Flüchtlinge sprechen Englisch und das ist auch die Sprache, die hier hauptsächlich gesprochen wird.

Die Hünxer, die herkommen, fragen bei den Menschen aus dem Ausland nach: Woher sie kommen, was sie zur Flucht getrieben hat. Sie bekommen Schicksale erzählt und erfahren von den Ängsten der Menschen: Diese fürchten sich um Familienmitglieder, die sie zurückgelassen mussten und manchmal vor der Zukunft in dem fremden Land, in dem sie Zuflucht fanden. Einige der ausländischen Gäste sprechen aber auch schon sehr gut Deutsch. Das erleichtert die Verständigung, bietet aber auch Platz für neue Gesprächsthemen. Zum Beispiel die unterschiedlichen Dialekte. „Ich war in Nürnberg und die Menschen dort verstehe ich gar nicht“, erklärt einer der Flüchtlinge.

Der Besuch von Sprachkursen gehört für viele zu ihrem Alltag. Da ist eine Bestellung von Getränken und Kuchen auf Deutsch nur ein weiteres Training. Dazu gibt es weitere Angebote: „Wenn es Probleme gibt, haben wir einen Extraraum für Gespräche und versuchen zu helfen“, erklärt Kemal Aktekin.

Unbürokratisch gibt es dann Ratschläge und Tipps für die Flüchtlinge – oder schnelle Hilfe. Zudem stehen ein Kicker und eine Tischtennisplatte parat und das Spiel sorgt für Abwechslung. „Das macht Spaß“, feixt einer der Flüchtlinge mit einem Tischtennisschläger in der Hand. Sein Spielpartner, der aus einer anderen Ecke der Welt kommt, stimmt ihm lachend zu.