Oberhausener wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht

Prozessauftakt gegen einen Oberhausener. Er soll im betrunkenen Zustand zwei 19-Jährige angefahren haben.
Prozessauftakt gegen einen Oberhausener. Er soll im betrunkenen Zustand zwei 19-Jährige angefahren haben.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
27-jähriger Oberhausener unter anderem wegen fahrlässiger Tötung angeklagt: Er soll im betrunkenen Zustand zwei 19-Jährige angefahren haben.

Dinslaken.. Der 9. März 2012 sollte ein fröhlicher Abend werden: Vier junge Männer aus Dinslaken und Voerde kamen von einem Geburtstag, wollten im Jägerhof weiterfeiern. Am Ende war einer von ihnen tot, sein Freund lebensgefährlich verletzt. Ein damals 24-jähriger Oberhausener soll die beiden 19-Jährigen in der Nacht zu Samstag, 10. März 2012, um 0.55 Uhr, im betrunkenen Zustand angefahren haben und dann zu Fuß geflüchtet sein - so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft Duisburg.

Sie klagte den Fahrer am Mittwoch vor dem Amtsgericht Dinslaken weger fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Gefährdung des Straßenverkehrs sowie unerlaubten Entfernens vom Unfallort an. Die Eltern der Opfer traten als Nebenkläger auf.

Bruder des Getöteten sagte vor Gericht aus

Das Gericht versuchte, die Vorgänge in der Nacht zu rekonstruieren. Auch mithilfe der Aussagen des Bruders des getöteten Jungen, des damals lebensgefährlich verletzten Voerders – er war früher begeisterter Sportler und ist infolge des Unfalls schwer behindert, geht an Krücken, hat seine Milz verloren – sowie des dritten Freundes.

Gemeinsam hatten sich die beiden Brüder und ihre Freunde mit dem Taxi zur Markant-Tankstelle bringen lassen. Einer der Brüder kaufte sich dort Zigaretten. Auf dem Weg zum Jägerhof teilten sich die Vier in zwei Gruppen - einer der Freunde hatte noch austreten müssen und lief mit dem einen Bruder auf der linken Straßenseite, während die beiden anderen die Straße bereits überquert hatten. Diese beiden wurden von dem Wagen des Oberhauseners erfasst.

Oberhausener bereut unter Tränen den Unfall

Unter Tränen beteuerte der 27-jährige Oberhausener, mittlerweile Vater eines zweijährigen Sohnes: „Das tut mir extrem leid, was passiert ist. Ich wollte das nicht.“ Zur Sache wollte er aber zunächst nichts sagen, berief sich auf seine schriftliche Einlassung: Der Unfall sei „unvermeidbar“ und „durch die Geschädigten selbst herbeigeführt“ gewesen, hieß es da. Er selbst habe unter Schock gestanden. So sei zu erklären, dass er den Wagen am Unfallort stehen ließ und etwa 500 Meter weiter zur Firma seiner Eltern geflüchtet sei. Von dort habe er seine Mutter und dann die Polizei angerufen.

Später sagte er doch noch aus. Er sei bei der Geburtstagsparty im Garten der Familie seines damals besten Freundes in Osterfeld gewesen. Nach Polizeiakten hat er dort sieben 0,5-Liter-Flaschen Bier getrunken. Zwei Stunden nach dem Unfall hatte er 0,98 Promille.

Seine damals frisch schwangere Frau habe bei der Party Bauchweh bekommen, sei früher mit dem gemeinsamen Auto heim nach Barmingholten gefahren. Ihn selbst habe nachts seine Mutter nach Hause gefahren, die dafür extra aus Oberhausen Neue Mitte gekommen sei.

Oberhausener wollte weiter feiern

Weil seine Frau den Haustürschlüssel dabei gehabt habe, habe er geklingelt – um ihr zu sagen, dass er noch anderswo weiter feiern wolle. Das, so erklärte seine Frau im Zeugenstand, sei alles ganz normal gewesen. Dass ihr Mann Alkohol getrunken habe, habe sie nicht bemerkt. Er habe sich dann, so sagte der 27-Jährige, auf den Weg zum „Ballermann 6“ in Mülheim gemacht. Auf der Brinkstraße habe es „geknallt, das Auto hat gebremst.“ Dass er zwei Menschen angefahren hatte, habe er erst bei der Polizei erfahren.

Ob er direkt von der Brinkstraße oder doch aus der Kurt Schumacher-Straße kam, ob er die jungen Männer auf der Straße oder auf dem Seitenstreifen erfasst hatte, darum ging es vor allem. Zeugen hatten ausgesagt, er sei aus der Kurt-Schumacher-Straße in einem Bogen über den Seitenstreifen gefahren, dort und auch an den Opfern seien entsprechende Spuren gewesen. Die geladenen Polizisten konnten das nicht bestätigen.

Am 12. Mai sollen die Gutachter zur Klärung beitragen.