Noch immer jung und dynamisch
01.05.2011 | 15:42 Uhr 2011-05-01T15:42:00+0200
Dinslaken. Mit einem Festakt in der Begegnungsstätte der Arbeiterwohlfahrt in der Schloßstraße 5 wurde am Samstagnachmittag der 65. Geburtstag der Awo Dinslaken gefeiert.
Neben Bürgermeister Dr. Michael Heidinger und Mitgliedern des Stadtrates waren der Kreisvorsitzende der Awo, Jochen Gottke, Mitglieder, die 25 Jahre und länger dabei waren, Vertreter der ortsansässigen Vereine, der ehemalige Bürgermeister Kurt Altona und das einzig noch lebende Gründungsmitglied Ellen Heldt (83) geladen.
Es herrschte eine lockere und angenehme Atmosphäre vor der Feierstunde. Jeder kannte Jeden und es schien, als ob die Gespräche, die die Anwesenden beim letzten Mal führten, einfach fortgesetzt wurden. Gesprächsstoff gab es ja genug. Die Tische waren liebevoll eingedeckt und für Kaffee und selbst gebackenen Kuchen sorgten die ehrenamtlichen Helferinnen. Für die musikalische Unterhaltung sorgten die Schwestern Maike (Harfe) und Wiebke (Querflöte) Dobbelstein.
Der Ortsverbandsvorsitzende Willi Brechling und sein Stellvertreter Wilhelm Banning sind ein gut eingespieltes Team. Brechling kümmert sich um die Spenden und die Pressearbeit, während Bannig die Organisation wahrnimmt. In Teamarbeit bewältigen sie alle Probleme. Beide erhielten für ihre ehrenamtliche Tätigkeit schon das Bundesverdienstkreuz, Brechling 2003 und Banning 2010. Ebenfalls mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde Marlies Bimmermann 2009.
Brechling begrüßte die Gäste und besonders das einzige noch lebende Gründungsmitglied Ellen Heldt.
Start der Aktion
„Herz hat Vorfahrt“
Die Schwestern Dobbelstein spielten „Sostenuto molta“. Die Harfe erklang mit ihren wunderschönen Klangfarben leise und zart. Die spielerischen Klänge der Flöte ergänzten das Spiel und schufen eine Atmosphäre voller Intensität und Hingabe.
Gottke startete die Aktion „Herz hat Vorfahrt“, die ein Jahr lang läuft. In der anschließenden Laudatio erzählte er Details aus der Geschichte. Er erinnerte an so couragierte Frauen wie Marie Juchacz (1879–1956), die Mitglied der Nationalversammlung war und am 13. Dezember 1919 die Awo gründete. Große Not herrschte nach Beginn des 1. Weltkriegs. Die ehrenamtlichen Helferinnen verteilten Nahrung und Kleidung an alle Hilfsbedürftigen. Es entstanden die berühmten Kleiderkammern mit ihren Nähmaschinen. Am 1. April 1946 erfolgte die Wiedergründung der Arbeiterwohlfahrt in Form eines Ortsvereins. Zu der Zeit gab es keine finanziellen Rücklagen, da alles Geld von der Hitler-Diktatur beschlagnahmt worden war. Zum Vorsitzenden wurde der alte und neue Vorsitzende Hans Voigtmann, der schon vor 1933 bei der Awo tätig war, gewählt. Selma Morlock wurde zweite Vorsitzende und war bis zu ihrem Tode ehrenamtlich tätig. Ebenfalls bei der Gründung dabei war die 18-jährige Ellen Heldt. Meta Dümmen folgte als Vorsitzende.
Bürgermeister Heidinger überbrachte die Grüße der Stadt und lobte insbesondere das Engagement der ehrenamtlichen Mitarbeiter.
260 Mitglieder
allein in Dinslaken
„Vielen ist nicht bewusst, in wie vielen Bereichen die Arbeiterwohlfahrt tätig ist“, erzählte Brechling. Hier vor Ort gibt es unter anderem Kindertageseinrichtungen, Familienzentren, Beratungsstellen, Jugendarbeit, Altentagesstätten und Seniorenheime. Allein in Dinslaken zählt die Awo circa 260 Mitglieder. Die Anzahl der Ehrenamtlichen und die der Festangestellten sind heute gleich.
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