Nichts wird ausgeschlossen

Ob das Selbstbedienungs-Center am Dinslakener Altmarkt nochmals geöffnet wird, steht noch nicht fest.
Ob das Selbstbedienungs-Center am Dinslakener Altmarkt nochmals geöffnet wird, steht noch nicht fest.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Nach den Beschlüssen für eine Fusion mit der Sparkasse Wesel, werden jetzt die „Hausaufgaben“ erledigt. Es kann zu Einschnitten im Filialnetz kommen. Kontenmodelle werden harmonisiert.

Dinslaken/Voerde..  Die Fusion mit der Weseler Sparkasse ist beschlossene Sache. Wie geht es nun weiter, was sind die nächsten Schritte? Kommt alles auf den Prüfstand, die vor kurzem eingeführten Kontenmodelle, das Filialnetz? Für Sparkassendirektor Rolf Wagner ist zurzeit alles im Fluss, er schließt nichts aus, legt sich gegenüber der NRZ nicht auf eine bestimmte Richtung fest.

Jetzt werden die Hausaufgaben gemacht, die Umsetzung der Beschlüsse, das Zusammengehen der beiden Sparkassen vorbereitet, so Wagner. Dazu gebe es interne Projektgruppen, die betroffenen Mitarbeiter, so Wagner, würden zu Beteiligten gemacht. Anpassungen wird es im Rahmen der Fusion sicherlich geben, auch bei der Filialstruktur, bei den Konten. Nur in welche Richtung sich dieser Zug bewegt, dazu sagt Wagner zurzeit nichts. Alles scheint möglich zu sein, nichts wird ausgeschlossen.

Bei den Konten wird er etwas konkreter: Hier werde man schnell harmonisieren, was am Ende für die Kunden dabei herumkommt, ist noch offen. Nur: Die Sparkasse Wesel hat eine andere Gebührenstruktur, die etwas über den Beträgen liegt, die vor einigen Wochen von der Sparkasse Dinslaken eingeführt worden sind. Nach der Einführung der neuen Kontenmodellen habe es verärgerte Reaktionen gegeben, sagt Wagner. Kritiker, die sich an die Sparkasse gewandt haben, hätten eine individuelle Stellungnahme erhalten. „Die Kundenverluste sind sehr überschaubar“, fügt er hinzu.

Anpassungen des Filialnetzes habe es schon immer gegeben, das sei eine permanente Aufgabe für den Vorstand der Sparkasse, so Wagner. Veränderungen seien vorgenommen worden, sensibel und dosiert. Zurzeit ist das SB-Center am Altmarkt geschlossen (siehe Text unten). Ob es noch einmal geöffnet wird, steht nach Auskunft der Sparkasse noch nicht fest.

Die Frage nach möglichen Filialschließungen ist für Voerdes Bürgermeister Dirk Haarmann keine sparkassenspezifische. Auch bei anderen Banken sei dies der Fall, was er einem „radikal geänderten Kundenverhalten“ (Stichwort Online-Banking) geschuldet sieht. Aus seiner Sicht wird es „zwingend“ zu Filialschließungen kommen. „Wir können betriebswirtschaftliche Erkenntnisse nicht ignorieren“, sagt Haarmann. Es gehe dann darum, an den Standorten Fach- und Themenschwerpunkte zu bilden und in hoher Qualität dezentral anzubieten. Voerdes Bürgermeister ist sich ganz sicher, dass eine Debatte über Filialen nicht einseitig nur in Dinslaken, Voerde und Hünxe, sondern auf der Ebene des neuen Sparkassenverbundes mit dann sechs Trägerkommunen geführt werden wird. Diese Forderung hätten die drei Trägerkommunen der hiesigen Sparkasse vor der Fusionsentscheidung aufgestellt. „Da sollen gleiche Maßstäbe gelten.“

Das SB-Center am Altmarkt ist weiterhin geschlossen. Die Sparkasse lässt offen, was mit dem Standort passiert. Eine technische Störung liegt nicht vor

Das Schild an der Tür gibt nicht den wahren Grund an, warum das Selbstbedienungscenter (SB) schon seit einiger Zeit geschlossen ist. Eine technische Störung ist es jedenfalls nicht. Vielmehr hat die Sparkasse das Problem, dass der Raum mit dem Geldautomaten zweckentfremdet wird. Eine Reihe von Kunden haben sich darüber beschwert, dass Obdachlose das SB-Center als Nachtlager nutzen. Und wie Oliver Joschko auf Anfrage der NRZ sagte, würden sie den Raum dabei nicht immer sauber zurücklassen. Die Verschmutzung sei teilweis so arg, dass sich Reinigungskräfte geweigert hätten, den Raum zu reinigen.

Mehrmals habe die Sparkasse Grundreinigungen in Auftrag geben müssen, was wiederum zusätzliche Kosten verursachte. Für eine Zeit habe man deshalb das Center geschlossen. Als es wieder geöffnet war, kamen auch die Probleme wieder. „Wir haben einen Schutzdienst engagiert, die Polizei war vor Ort und Platzverweise sind ausgesprochen worden“, berichtet Joschko. Aber es habe nichts geholfen. Die Türen seien mit Ketten verriegelt worden, weil die geschlossenen Türen aufgeschoben wurden.

Für Klaus-Dieter Graf, längjähriger Leiter des Fachbereichs Kultur, sind die Obdachlosen nur vorgeschoben. Er befürchtet in einen Schreiben an die Redaktion, dass sich das Geldinstitut aus Kostengründen aus der Altstadt zurückziehen will. Sie wäre der einzige Stadtteil, der nach einer Schließung nicht mehr entfernungsnah versorgt würde. Graf meint, wirtschaftliche Gründe hätten zur Schließung geführt. „Es besteht der Eindruck, dass im Rahmen von Serviceorientierung festgestellt wurde, dass dieses SB-Center nicht so wirtschaftlich geführt werden kann, wie ein SB-Center an der Galerie“, so Graf.

Zurzeit kann die Sparkasse nicht sagen, wie es weiter geht. Möglich sei das Anbringen des Geldautomatens an der Außenwand.