Nicht nur die Gebühren vergleichen

Noch immer ist der Brass auf die Sparkasse und ihre verklausulierte Gebührenerhöhung nicht verflogen. In Leserbriefen, im Internet und auf der Straße, ärgern sich immer noch und anhaltend viele Bürger über die voreilige Erhöhung ohne erklärtes Gesamt-Konzept. Die Kunden fühlen sich, als sollten sie die Karre alleine aus dem Dreck ziehen. Mit Recht sind sie sauer. Und viele drohen damit, der Sparkasse den Rücken zu kehren. Dabei sollte man jedoch bedenken: Es geht nicht nur um den Gebührenvergleich. Die Sparkasse nimmt im Gegensatz zu vielen anderen Geldinstituten auch gesellschaftliche, soziale Aufgaben wahr. Ohne die Sparkasse wäre das lokale Angebot in den Bereichen Kultur, Sport und Soziales deutlich ärmer, einiges würde wohl gar nicht zustande kommen. (Ähnliches gilt, wenn auch in kleinerem Umfang, übrigens auch für die hiesigen Volksbanken).

Alleine im vergangenen Jahr haben die Sparkasse Dinslaken-Voerde-Hünxe und ihre Bürgerstiftung rund 670 000 Euro für die Unterstützung dieser Angebote ausgegeben (davon 30 000 Euro die Bürgerstiftung). Ob Sparkassen-Citylauf, Voerder Karnevalszug, Fantastival oder viele kleine Kinder- und Sportveranstaltungen: Auch das zahlen Sparkassen-Kunden mit, Sportvereine, Kulturschaffende und sozial Benachteiligte danken es ihnen.

Auch nicht zu vergessen: Wer selbst vorwiegend im Internet seine Bankgeschäfte erledigt, trägt (trotz Online-Konto) zum Teil auch die Kosten für Geschäftsstellen mit, die für viele ältere Mitbürger wichtig sind, weil sie keinen Computer haben und den persönlichen Kontakt pflegen wollen. Das ist das Solidarprinzip: Junge für Alte, Gesunde für Kranke, Online-Kunden für „Sparbuch-Senioren“.

Beides soll niemanden davon abhalten, das Geldinstitut zu wechseln. Man muss es nur in die Rechnung einbeziehen, wenn diese am Ende fair ausfallen soll.