Neue Ideen für den Dinslakener Wochenmarkt

Einer Verlagerung auf den Nachmittag stehen einige Markthändler skeptisch gegenüber.
Einer Verlagerung auf den Nachmittag stehen einige Markthändler skeptisch gegenüber.
Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Servi
Was wir bereits wissen
Die Händler mit den frischen Lebensmitteln beleben die Altstadt.Wirtschaftsförderin schlägt vor, die Stände an einem Nachmittag zu öffnen

Dinslaken..  Die Zutaten für den Kartoffelsalat, frisches Obst und Gemüse, Eier für das Frühstück - der Wochenmarkt, immer dienstags und freitags in der Altstadt, bietet auch in den Wintermonaten frische Produkte, dient auch bei Temperaturen gegen Null Grad als Treffpunkt. Doch könnte der Wochenmarkt mehr Kunden vertragen. Und deshalb schlägt die städtische Wirtschaftsförderung den Händlern Veränderungen vor.

An den beiden Markttagen ist die Altstadt besonders belebt, so Wirtschaftsförderin Svenja Krämer. Aber die Öffnungszeiten von 8 bis 13 Uhr passen nicht mehr so ganz in die Zeit. Frauen sind heute berufstätig, haben also nicht die Zeit, vormittags die Einkäufe zu erledigen. Deshalb regt Svenja Krämer an, über die Verkaufszeiten nachzudenken. Wie sie in der jüngsten Sitzung des Wirtschaftsförderungsausschusses sagte, könnten die Händler am Freitag eine Stunde dranhängen. In den Sommermonaten könnte der Markt ganz am Nachmittag stattfinden, von 14 bis 18 Uhr, mit einem „etwas höherem Gastronomieanteil“. Dann könnten sich auch Künstler präsentieren.

„Das mache ich nicht mit“

Mehr Kunden auf den Markt locken – dagegen hat auch Margret Tissen nichts. Doch sie hält von einer Verlagerung auf den Nachmittag gar nichts. „Das mache ich nicht mit“, sagt sie, die seit über 20 Jahren in Dinslaken Kartoffeln und Eier verkauft. Alle Märkte, die am Nachmittag stattfinden, seien „kaputt“. In Oberhausen-Holten gibt es noch einen, aber dort machen nur sehr wenige Händler mit. Auch einer Verlängerung um eine Stunde steht sie skeptisch gegenüber: Die Einkaufszeit der Kunden würde sich nur verlagern.

Ein Markt am Nachmittag ist nix, sagt Arnd Heddenhausen. Das ginge mit den frischen Waren gar nicht. Wenn es 30, 32 Grad warm wird, könnte er seine Fische nur schlecht kühlen. Das schaffe kein Gerät, meint Heddenhausen, weshalb er gegen eine Verlagerung auf den Nachmittag ist. Und auch er verweist auf die Erfahrungen, die Anderorts mit Nachmittagsmärkten gemacht wurde. „Alle Märkte finden am Vormittag statt“, so Heddenhausen.

Die Verkaufszeit um eine Stunde zu verlängern, das wäre für ihn machbar, so der Fisch-Händler, der seit 2002 in der Altstadt vertreten ist. Das müsse aber koordiniert werden, da er noch einen Wagen auf einem Markt in Walsum stehen hat. Zwei Fischhändler sind auf dem Dinslakener Markt, das sei aus seiner Sicht in Ordnung. Mit den Umsätzen ist er zufrieden. Das hänge damit zusammen, dass nur wenige Supermärkte Fischtheken hätten.

Auch Jutta von Heesen hält von einer Verlagerung in den Nachmittag nichts. Für einen Stand mit Gemüse und Obst ist es in den warmen Monaten schwierig. Bei hohen Temperaturen lasse sich die Ware nur schwer frisch halten. Morgens ginge es noch, da wäre es nicht so warm. Eine Verlängerung um eine Stunde würde auch nicht mehr Kunden bringen. Die Kundenströme würden sich nur verlagern. Sollte der Markt dann bis 14 Uhr geöffnet haben, würden Kunden nicht wie sonst um 12 Uhr kommen, sondern erst um 13 Uhr.