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Neubau-Kritiker wollen Zahlen vorlegen

03.02.2012 | 18:47 Uhr
Neubau-Kritiker wollen Zahlen vorlegen
Das Gemeindezentrum Rönskenhof der evangelischen Kirchengemeinde Götterswickerhamm soll einem Neubau weichen. Foto: Heiko Kempken

Voerde.   Etwa 40 Interessierte kamen zum Meinungsaustausch über Pläne der evangelischen Kirchengemeinde Götterswickerhamm.

In diesen Tagen wollen die Kritiker einer Neuausrichtung der Bezirke Rönskenhof und Voerder Kirche in der evangelischen Gemeinde Götterswickerhamm der Landeskirche Zahlen und Fakten zu einer Sanierung des Gemeindehauses am Rönskenhof, des Pfarrhauses an der Friedhofstraße und des Pavillons an der Grünstraße vorlegen. Bis Anfang nächster Woche würden sie ihr die Kosten „seriös“ präsentieren können, kündigte Bernhard Benninghoff beim sachlich geführten Meinungsaustausch mit Interessierten im Vereinsheim des BSV „Einigkeit“ Holthausen an.

„In baulich gut erhaltenem Zustand“

Benninghoff sowie Klaus und Uwe Feldkamp machten in der von rund 40 Interessierten besuchten Versammlung – Pfarrer waren nicht darunter, aber zwei Presbyter – noch einmal deutlich, warum sie die Pläne, die Gebäude durch Neubauten zu ersetzen, ablehnen. Alle drei Häuser seien noch keine 60 Jahre alt und befänden sich baulich in einem „gut erhaltenen Zustand“, betonte Benninghoff.

Er und seine Mitstreiter gehen davon aus, dass die Sanierung der drei bestehenden Objekte etwa 350 000 bis 400 000 Euro kosten wird. Dem gegenüber steht eine Investitionssumme von etwa 1,5 Millionen Euro allein für den Neubau eines gemeinsamen Gemeindezentrums für die Bezirke Rönskenhof und Voerder Kirche inklusive Unterbringung der Familienbildungsstätte. In der Machbarkeitsstudie werden Verkaufserlöse von rund 1,16 Millionen gegengerechnet. Die Kritiker halten die Neubaupläne vor allem auch angesichts der sinkenden Mitgliederzahlen in der Gemeinde für nicht angebracht. Nach Angaben der Landeskirche werde die Anzahl der Mitglieder in den nächsten 30 Jahren um ein Drittel, also um 2500 auf 5000 oder weniger zurückgehen, argumentieren sie.

Es stelle sich die Frage, ob die neuen Gebäude in Zukunft überhaupt benötigt würden, so Benninghoff. Er sprach erneut von „Vermögensvernichtung“, als die er und seine Mitstreiter die Abriss-Pläne sehen. Als solche bewerten sie auch, dass das Dietrich-Bonhoefer-Haus 2009 weichen musste – auch dafür bekamen sie Zustimmung aus der Zuhörerschaft. Ein „fataler Fehler“ sei der Abriss gewesen, hieß es.

Kritik wurde auch zum Pfarrhaus laut. Das Gebäude stehe seit fast zweieinhalb Jahren leer, in der Zeit seien keine Mieten geflossen, führte Uwe Feldkamp an. Aus dem Plenum kam die Kritik, dass das Pfarrhaus verwahrlost sei. Klaus Feldkamp rechnete vor, dass sich das Gebäude mit einer Wohnfläche von 220 Quadratmetern für etwa 75 000 bis 80 000 Euro aufbereiten ließe und bei einer Miete von 800 Euro knapp 10 000 Euro im Jahr an Einnahmen zu erzielen wären. Auch appellierte er , entgegen der jetzigen Überlegungen, die Predigtstätte am Rönskenhof zu erhalten, damit die Menschen, die östlich der Bahnlinie wohnen, die Möglichkeit haben, einen Gottesdienst zu besuchen – und wenn es nur alle 14 Tage sei.

Arbeitskreis bilden

Benninghoff berichtete bei dem Treffen auch von dem Gespräch, das er und seine Mitstreiter mit Vertretern der Landeskirche geführt haben. Diese hätten schon „aufmerksam zugehört“. Im März soll es ein Gespräch mit dem Vorsitzenden des Presbyteriums, Pfarrer Harald Eickmeier, dem Superintendenten des Kirchenkreises Dinslaken, Martin Duscha, und den Kritikern geben. Benninghoff geht davon aus, dass die Landeskirche moderieren wird (die NRZ berichtete).

Uwe Feldkamp regte an, einen Kreis aus fünf bis zehn Mitgliedern zu bilden, die sich Gedanken über die Zukunft der Gemeinde machen und lud zur Teilnahme ein.

Petra Keßler

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