„Nachbarschaft bricht immer mehr weg“

Hünxe..  Seit September 2013 ist Martina Renz Koordinatorin der Nachbarschaftsberatung in der Gemeinde Hünxe. Wie sie im Ausschuss für Soziales und demografische Entwicklung berichtete, gebe es 15 ehrenamtliche Nachbarschaftsberater in fast allen Ortsteilen (bis auf Bucholtwelmen). Diese versehen etwa Besuchsdienste bei Personen mit wenigen sozialen Kontakten oder mit Migrationshintergrund. Sie organisieren Pflegedienste, Tanzcafés oder Treffen innerhalb der Hünxer Nachbarschaft. Im Vorjahr gab es vier Schulungen.

Ratsuchende seien auch ältere Menschen, deren Kinder weggezogen sind. „Ich besuche oft Seniorentreffs, dort ist meine Zielgruppe“, so Martina Renz, die bisher „37 Kontakte“ hatte und regelmäßig Sprechstunden anbietet, entweder bei ihr oder in der Wohnung der Ratsuchenden. Unterstützung bei häuslicher Pflege, Demenzbegleitung, Trauerarbeit, Lesehilfe und Kontakte zu Freizeitgruppen würden oft nachgefragt. „Netzwerkpartner sind dabei wichtig. Dort informiere ich mich.“

In diesem Jahr soll die in 2014 gut angenommene Veranstaltung „Älter werden, älter sein in Hünxe“ wiederholt werden und ein Treffen zum Thema Demenz mit Theater, Film, Vortrag und Gottesdienst ist geplant. „Nachbarschaft bricht leider immer mehr weg, deshalb ist Mund-zu-Mund-Propaganda wichtig“, sagt Martina Renz. Sie wünscht sich von Politik und Verwaltung die Einrichtung einer Ehrenamtsbörse oder eines offenen Seniorentreffs.

Bürgermeister Hermann Hansen sprach ihr unter Applaus der Politik seine persönliche Anerkennung aus: „Nachbarschaftsberatung sollte hier in der Gemeinde dauerhaft installiert werden, gerade im Hinblick auf die demografische Entwicklung. Nicht die Kosten, das Menschliche steht im Vordergrund.“