Musikalische Reise ins Märchenland

Dinslaken..  Der Gang über die Schwelle des Gemeindesaales Sankt Marien Lohberg führt die Besucher in eine Märchenwelt. Während ein Großteil der jungen Sänger des Jugendchors „Die Schiefen Spieler“ auf Stühlen sitzt und ein Lied anstimmt, laufen hier einige Fabelwesen umher. Da gestikuliert ein Zauberer, dort schwingen Ritter in Helm und Rüstung ihre Schwerter. Auch Bären und Wasserwesen sind hier unterwegs – und singen teilweise fröhlich mit. Chorleiterin Birgit Uhlig koordiniert das Sammelsurium aus singenden Kindern und Märchenwesen mit den Gesten einer Dirigentin.

„Wir tun jetzt mal so, als würden wir unsere Aufführung in der Kathrin-Türks-Halle spielen. Da ist der Chor hinter Euch und das Publikum vor Euch“, wendet sich Birgit Uhlig an die Darsteller des Musicals „Märchenmond“, das der Jugendchor am 9. und 11. Mai auf der großen Bühne der Kathrin-Türks-Halle aufführen wird. Die Akteure mit Sprechrollen stellen sich vor den Chor – und stellen erstmal fest, dass ihre Aufgabe gar nicht so einfach ist. Denn zum einen müssen sie laut genug sprechen, um die Musik, die teilweise im Hintergrund weiterläuft, übertönen zu können. Zum anderen müssen die Wortbeiträge in instrumentelle Zwischenspiele passen, die vom Gesang der Chormitglieder eingerahmt werden. Die musikalische Richtung reicht dabei von Hip Hop über Pop bis hin zu Rock.

Sich auf den Text, die Lautstärke und das richtige Zeitfenster zu konzentrieren, ist schon eine ziemliche Arbeit. Die geht dann schon mal zu Lasten des schauspielerischen Ausdrucks. „Bei dir haben mir jetzt etwas Gestik und Mimik gefehlt“, gibt Birgit Uhlig Rückmeldung an einen der Darsteller. Also noch einmal das Stück probieren. Dieses Mal klappt es besser, alle Faktoren stimmen. Man kann sich schon vorstellen, dass dieser Auftritt auch auf der großen Bühne gut klappen könnte.

Nach der Chorprobe geht es weiter mit der schauspielerischen Seite des Musicals. Auch hier leitet Birgit Uhlig die Kinder an und gibt ihnen Tipps. Dabei üben die Darsteller nicht nur ihre Texte ein, sondern auch deren Betonung und die Bewegung der einzelnen Figuren auf der Bühne sind ein Thema. Da wird auch unter den Darstellern gerne mal diskutiert, ob man an einer Szene noch etwas anders gestalten könnte, ob sich andere Laufwege auf der Bühne anbieten oder dramatischere Gesten sein müssen. Doch auch in den Schauspielproben spielt die Musik eine wichtige Rolle. „Wir müssen üben, den Text in die Musik reinzusprechen“, erklärt Ensemble-Leiterin Birgit Uhlig ihren jungen Musical-Darstellern.

Die werden dann im Mai die Geschichte von „Märchenmond“ (Musical von Christian Gundlach nach dem gleichnamigen Roman von Wolfgang und Heike Hohlbein) erzählen, in der der Junge Kim ins Reich der Träume reist, um die Seele seiner Schwester Rebekka aus den Händen des finsteren Zauberers Boraas zu befreien. Ob ihm das gelingt, können Zuschauer im Mai in der Kathrin-Türks-Halle erfahren.