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Mit Gesellenstück zum Bundeswettbewerb

02.02.2016 | 23:00 Uhr
Mit Gesellenstück zum Bundeswettbewerb
Florian Platzek an seinem Schreibtisch.Foto: Markus Weissenfels

Dinslaken.   Schreibtisch von Florian Platzek (25) aus Dinslaken hat es auf die Handwerksmesse in München geschafft

Sein Schreibtisch ist modern und filigran gearbeitet, sieht aus wie ein Designer-Möbelstück. Ist aber für den täglichen Gebrauch gedacht und sehr stabil: Gekreuzte Beine aus naturfarbenem Eichenholz tragen eine schwarze Platte aus Linoleum. Darunter sind drei flache Schubladen versteckt, genau passend für Laptop, Zeichnungen und andere Unterlagen, die man für das begonnene Studium der Holztechnik braucht. Der Schreibtisch ist das Gesellenstück des Dinslakeners Florian Platzek, entstanden während seiner dreijährigen Lehre in der Tischlerei Büttgen & Schorsch an der Wilhelminenstraße.

Im Sommer letzten Jahres erfolgte für 39 Tischlergesellen im Kreis Wesel auf Innungsebene die Lossprechung. Beim Wettbewerb „Gute Form 2015“ wurde dort Platzeks Schreibtisch als bestes Gesellenstück ausgezeichnet. Neben Form und Material überzeugte der 25-Jährige die Jury mit der Verarbeitung. Damit qualifizierte sich Florian Platzek für den Landeswettbewerb im November 2015. Auf der Messe „Mode und Heim im Handwerk“ in Essen erreichte der Dinslakener mit seinem Gesellenstück – unter rund 50 anderen aus verschiedenen Innungen – den 2. Platz. Dieser Erfolg bedeutet die Teilnahme am Bundeswettbewerb, der Internationalen Handwerksmesse vom 23. Februar bis 1. März 2016 in München!

„Da bin ich mal gespannt“, sagt Platzek, der nach seinem Abitur am Gustav-Heinemann-Schulzentrum und neunmonatigem Zivildienst mit dem Studieren begann: Physik in Bochum, Informatik in Essen und „Computational Engineering Science“ in Aachen, eine Mischung aus Maschinenbau und Informatik. Ein Semester war er jeweils eingeschrieben, „dann habe ich gemerkt, dass es nichts für mich war“, sagt er. Mit 22 Jahren entschied sich Florian Platzek, das Studieren sein zu lassen und eine Lehre als Tischler zu beginnen.

„Er war immer ein Revoluzzer, ist gegen den Strom geschwommen“, sagt Georg Büttgen, Chef von Platzek während dessen Ausbildungszeit in der Tischlerei. „Eigentlich wollte Florian einen Bugholzstuhl bauen, eine Art industrielles Möbelstück. Aber da wäre nichts bei herumgekommen.“ – „Deshalb habe ich mich für den Schreibtisch entschieden. Weil ich keinen hatte und einen fürs Studium brauchte“, lacht Platzek. So ist in über 200 Arbeitsstunden ein Prototyp entstanden. Selbst an Wochenenden und Feiertagen, manchmal auch nachts arbeitete er daran. „Wenn man ein Gesellenstück baut, ist man immer unter Strom, nervös und macht auch Fehler“, so Platzek. Ich danke meinen Chefs für die Unterstützung.“ Und die sind stolz: „Wir haben alle paar Jahre immer mal jemanden auf der Treppe, aber so weit ist noch keiner gekommen“, freuen sich Georg Büttgen und Volker Schorsch über ihren Schützling. Beide wollen natürlich in München mit dabei sein.

Peter Neier

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Mit Gesellenstück zum Bundeswettbewerb
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http://www.derwesten.de/staedte/nachrichten-aus-dinslaken-huenxe-und-voerde/mit-gesellenstueck-zum-bundeswettbewerb-id11521353.html
2016-02-02 23:00
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