Mit dem Rad durch die Natur und in die Stadt

Am Niederrhein..  Ein freier Tag am Wochenende. Die Sonne scheint, das geputzte Fahrrad steht im Schuppen, die Lust auf eine Tour steigt. Problem: Für den Nachmittag hat sich Besuch angesagt, das Zeitfenster ist deshalb eng. Doch verzichten muss man auf die Fahrradtour nicht. „Gerade in Dinslaken und Umgebung gibt es die Möglichkeit, auf einer kurzen Strecke viel zu erleben. Es müssen nicht immer die Fahrten über 40 Kilometer sein“, erklärt Michaela Löwen.

Für die NRZ hat die zweite Vorsitzende des Kreisverbandes Wesel des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) zwei Touren zusammengestellt (siehe Karte).

Die erste beginnt am Heimatmuseum Hünxe und endet am Neutor in Löwens Heimatstadt Dinslaken. 21,1 Kilometer stehen am Ende dieser Tour auf dem Tachometer. Wer mit 15 Stundenkilometern über die Radwege fährt, ist nach einer Stunde und 24 Minuten am Ziel. Zunächst geht es durch das Waldgebiet Buchholter Bruch. Löwen schätzt solche Naturerlebnisse: „Mit dem Fahrrad ist man ganz nah dran. Der Radfahrer kann im Vergleich zum Spaziergänger in einem kurzen Zeitraum aber viel mehr sehen“, betont sie. Die Tour führt weiter zum Haus Voerde. „Das ist ein sehr schönes Wasserschloss, an dem sich ein kurzer Zwischenhalt in jedem Fall lohnt“, sagt Löwen.

Anschließend geht es weiter nach Südwesten. An der Einmündung zum Oberen Hilding müssen die Radfahrer links abbiegen – nur so kommen sie auf direktem Wege zum nächsten Tour-Highlight. Der Blick wandert nun über den Rhein. Eine kurze Fahrt entlang des Flusses dürfte jeden Naturfreund begeistern. Genauso wie der Abstecher zum Rotbachwanderweg. „Hier fahre ich besonders gerne lang“, erklärt Löwen, deren erste Tour im Dinslakener Zentrum endet. Dort startet Tour Nummer zwei. Diesmal hat Löwen eine Route von 18,3 Kilometern errechnet. Bei gleichem Tempo ist man mit dem Fahrrad in einer Stunde und 13 Minuten wieder am Heimatmuseum. Die Nordwest-Route führt durch weite Felder und hat in der Mitte eine Steigung zu bieten. Auf bis zu 79 Höhenmeter geht es hinauf. Wer eine gute Kondition und keine gesundheitlichen Probleme hat, dürfte diese Klippe locker meistern.

Ausleihe an Radstationen möglich

Für alle anderen gibt es eine Abhilfe: das Pedelec. Bei dieser Variante bekommt der Radfahrer Unterstützung durch einen kleinen Elektromotor. Pedelecs können auch an Radstationen ausgeliehen werden. Löwen warnt aber davor, sich einfach auf so ein Gefährt zu schwingen und loszudüsen: „Wer mit einem Pedelec fahren will, sollte vorher üben. Sonst kann es gefährlich werden.“ Und schließlich will doch jeder heil wieder am Heimatmuseum ankommen. Wenn sich kurz vor dem Ziel der angekündigte Besuch meldet und absagt, dann kann der Radfahrer seine Tour auch fortsetzen. Aus Löwens Teilstücken könnte dann eine Rundfahrt werden. Dann heißt es: Dinslaken, Hünxe und Voerde auf einer Strecke von 39,4 Kilometer erleben und genießen.