Migranten bauen für Flüchtlinge

Was wir bereits wissen
Ein besonderes Bauprojekt hat an der Straße Schmaler Weg bereits gut sichtbar Gestalt angenommen: Das Erdgeschoss und die erste Etage der neuen Unterkunft für Flüchtlinge stehen im Rohbau.

Voerde..  Ein besonderes Bauprojekt hat an der Straße Schmaler Weg in Friedrichsfeld bereits gut sichtbar Gestalt angenommen: Das Erdgeschoss und die erste Etage der neuen Unterkunft für Flüchtlinge, das die türkische Gemeinde auf dem städtischen Grundstück in unmittelbarer Nachbarschaft zu ihrem Gemeindezentrum errichtet, stehen im Rohbau. Spielt das Wetter mit, soll das Haus bereits in diesem Juli in die Obhut der Kommune übergeben werden können, die das Gebäude mietet. Dies erklärte Hasan Gördü, Mitglied und Sprecher der türkischen Gemeinde in Friedrichsfeld, gestern im Gespräch mit der NRZ.

Das neue Haus soll baulich an das Wohnumfeld am Schmaler Weg angepasst werden, es entsteht in roter Klinkerfassade. Mit dem Gebäude wird Platz für 42 Flüchtlinge geschaffen. Die neun Wohneinheiten verteilen sich auf Erdgeschoss, erste Etage sowie Dachgeschoss. Die Wohnfläche beträgt insgesamt zirka 570 Quadratmeter, in dem Gebäude werden sich sechs Wohnungen mit dreieinhalb Zimmern (je zirka 70 Quadratmeter) und drei Wohnungen mit zweieinhalb Zimmern (je zirka 50 Quadratmeter) befinden, wie Hasan Gördü ausführt.

Räume für Sprachkurse nutzbar

Mit der türkischen Gemeinde in Friedrichsfeld hat die Stadt den gewünschten Investor für den Neubau einer Unterkunft für Flüchtlinge auf ihrem Grundstück „Schmaler Weg“ gefunden. Die Verwaltung habe in einem Gespräch die Idee des Privatinvestors vorgestellt.

Neben dem Neubau möchte die türkische Gemeinde einen weiteren Beitrag im Rahmen der Hilfe für Flüchtlinge dadurch leisten, dass sie in ihrem benachbarten Gemeindezentrum Räume für Sprachkurse oder Freizeitaktivitäten zur Verfügung stellt. Darüber hinaus möchte sie versuchen, mit Flüchtlingsfamilien Patenschaften zu schließen, wie Hasan Gördü erklärt. Er berichtet, dass die türkische Gemeinde „sehr viel positive Resonanz“ aus der Bevölkerung dafür erfahre, sich der Flüchtlinge annehmen zu wollen. Die katholische Kirche hatte vor wenigen Tagen bei ihrem Neujahrsempfang angekündigt, hier eng mit der türkischen Gemeinde zusammen arbeiten zu wollen (die NRZ berichtete).

Als Migranten der Gesellschaft in dem Ort, in dem sie leben, etwas zurück geben, als Migranten etwas für die Integration tun – so erklärt Gördü einen der Beweggründe, warum die türkische Gemeinde in Fried-richsfeld sich mit einem Projekt dieser Art engagiert. „Wir leben hier, wir gehören dazu und fühlen uns verantwortlich. Diese Menschen brauchen unsere Unterstützung.“