Mietern droht Heizungssperre

Den Mietern im sogenannten Edeka-Komplex am Kreisverkehr droht die Heizungssperre.
Den Mietern im sogenannten Edeka-Komplex am Kreisverkehr droht die Heizungssperre.
Foto: Heiko Kempken/WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Eigentümer hat Heizkosten nicht bezahlt. Besitzer wechselt im April. Bemühen um Lebensmittel-Markt

Dinslaken..  Eine böse Überraschung erlebten in dieser Woche einige Mieter des Edeka-Komplexes am Kreisverkehr: Der Vermieter hat der Fernwärme Niederrhein für zumindest eines seiner sieben Häuser seit Mitte Oktober die Heizkosten nicht gezahlt. Nun teilte die Fernwärme Niederrhein den Mietern in einem Brief mit, dass am 20. Februar die Heizung abgestellt wird.

Mittlerweile, so das Schreiben der Fernwärme Niederrhein, sei ein Forderungsbetrag von 4479,60 Euro aufgelaufen. „Die Heizungsanlage wird daher in Ihrem Haus am 20. Februar 2015 gesperrt“, heißt es in dem Schreiben. „Die Liefersperre kann nur abgewendet werden, wenn vorab komplett gezahlt wird“, heißt es weiter in dem Schreiben.

„Das passiert immer wieder, dass Hauseigentümer nicht bezahlen“, so Wolfgang Kammann, Sprecher der Stadtwerke, zu denen die Fernwärme Niederrhein gehört. Die Leidtragenden seien – abgesehen von den Stadtwerken, die auf ihr Geld warten – die Mieter. „Die können ja nichts dafür“, so Kammann.

Der Vermieter habe bereits zwei Mahnungen bekommen. Laut Kammann hatte er sechs Wochen Zeit, den ausstehenden Betrag zu begleichen. Das ist nicht geschehen. Allerdings gab es telefonischen Kontakt – offenbar aus dem Urlaub.

Delia Kirchhoff ist eine der betroffenen Mieterinnen der Friedrich-Ebert-Straße 57. Sie hat vergeblich versucht, den Eigentümer zu erreichen. Auch an die Hausverwaltung können sich die Mieter nicht mehr wenden – diese hat Ende Oktober vergangenen Jahres gekündigt – „aufgrund der wirtschaftlichen Situation der Immobilie“.

Ende vergangenen Jahres verkaufte der Besitzer die Immobilien an die Rewa-Projektmanagement GmbH des Weseler Architekten Ralf Ewal. Allerdings gehen sie offiziell erst Anfang April in den Besitz des neuen Eigentümers über. „Bis dahin können wir leider auch nichts machen“, bedauert Rewa-Mitarbeiterin Kordula Amrhein. Immerhin kann sie den Mietern Positives in Aussicht stellen. Der neue Eigentümer plane – anders als die Firma Tecklenburg, die ebenfalls Interesse an dem Komplex hatte – nicht, die Häuser abzureißen. „Die Mieter wohnen ja zum Teil schon seit vielen Jahren dort“, so Kordula Amrhein. Zudem bemühe sich der neue Eigentümer, „die Nahversorgung sicherzustellen“ – also wieder einen Lebensmittelmarkt ins Erdgeschoss zu bekommen. Ende des Monats ist ein Treffen mit Mitarbeitern des städtischen Planungsamts und der Wirtschaftsförderung anberaumt.

Mehrere Mieter haben bereits bei Rewa und auch bei den Stadtwerken angerufen. Diese raten den Betroffenen, gemeinsam über den Mieterschutzbund oder einen Anwalt ein Konto einrichten und der Fernwärme Niederrhein Stadtwerken darauf ab März die Miete zu überweisen. Wenn diese Zusage den Stadtwerken spätestens zwei Tage vor dem 20. Februar schriftlich vorliege, werde die Heizung gar nicht erst abgedreht, so Kammann. Insofern sei der Brief an die Mieter „nicht als Drohung sondern als Hilfestellung“ zu verstehen.

Vom aktuellen Eigentümer war gestern keine Stellungnahme zu bekommen.