Mehr als nur ein Zeichen

Dinslaken hat mit der Kundgebung am gestrigen Abend mehr als nur ein Zeichen gesetzt. Es waren mindestens drei.

Erstens: Schön, dass so viele Menschen den Weg in die Innenstadt gefunden haben. Denn wären wirklich nur die vom Veranstalter avisierten 300 oder die von der Polizei genannten 500 Menschen gekommen, hätte man sich schon fragen dürfen, wie stark das Bekenntnis zum friedlichen Miteinander der Kulturen und Religionen in Dinslaken wirklich ist. Dass aber weit mehr als 1000 Menschen den Weg zum Neutorplatz gefunden haben, macht Mut.

Zweitens: Dinslaken schaut hin. Das Salafisten-Problem in Lohberg darf diese Stadt nicht bestimmen. Aber es darf auch weder kleingeredet noch ignoriert werden. Dass man nun offen darüber redet, auch mögliche Versäumnisse eingesteht, ist der richtige Weg. Nur wer sich mit einem Problem auseinandersetzt, kann dazu beitragen, es in den Griff zu bekommen. Hier wird sich auch zeigen, wie offen der Dialog zwischen Christen und Muslimen jetzt oder in Zukunft geführt werden kann.

Drittens: Das oft strapazierte Wort „Miteinander“ war gestern Programm. Denn auch auffällig viele Moslems sind zum Neutorplatz gekommen, haben dadurch ein kraftvolles Zeichen gesetzt, sich von den Terror-Taten distanziert. Christen und Muslime haben gegen Hass und Gewalt demonstriert - wirklich gemeinsam.