Medizin im Mittelalter

Dinslaken..  Seine Ausstellungsreihe „Juwelen der Buchkunst“ setzt der Freundeskreis der Stadtbibliothek und des Stadtarchivs am Mittwoch, 22. April, mit einer einer Bücherschau zur Medizin im Mittelalter fort. Unter dem Titel „... in corpore sano“ werden in der Stadtbibliothek bis zu den Sommerferien illustrierte Handschriften vom 6. bis zum 16. Jahrhundert gezeigt, die zum Teil auf spätantike Manuskripte oder auf arabische Originale über Pharmakologie und Chirurgie zurückgehen. Die Ausstellung beginnt am Mittwoch um 19.30 Uhr mit einem Einführungsvortrag von Klaus Prpitsch.

Herbarien mit der Auflistung von Heilpflanzen kursierten in der Spätantike, im arabischen Sprachraum schuf man Bücher über die Chirurgie und die Pharmazie, im süditalienischen Königreich der Stauferkaiser und Könige ließ man Übersetzungen ins Lateinische anfertigen. Oft besaßen die Handschriften zahlreiche Bilder, so die Medicina antiqua um 1220. Petrus de Ebulo verfasste um 1250 ein Lobgedicht auf die berühmten Badeorte bei Neapel mit ihren Thermen. De Balneis Puteoli als Prachthandschrift ist in der Ausstellung ebenso zu sehen wie der vergoldete Band über die Chirurgie aus Nordfrankreich.

Arabischen Ursprungs sind die „Taqwim es-sihha“. Schachbrettartige Übersichtstafeln informieren über Ernte und Anwendung von Lebensmitteln, über gesunde Lebensweise. Adlige Auftraggeber ließen die ursprünglich reinen Textausgaben illustrieren und erhielten regelrechte „Hausbücher“. In Wien werden mehrere Ausgaben aufbewahrt, so auch das Exemplar Cod. Vindob. Ser. n. 2644, was in der Stadtbibliothek gezeigt wird (Norditalien vor 1390).