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Mathematiker rechnet mit dem Vinzenz

26.01.2009 | 18:15 Uhr

GESUNDHEIT. Martin Minten wechselte vom trubeligen Berlin nach Dinslaken. Fürs Katholische sieht er "eine gute Zukunft".

DINSLAKEN. Rechnen kann er, der neue Geschäftsführer des St. Vinzenz-Hospitals. Als Controller zweier Krankenhäuser hat er es erst zum Stellvertreter und dann zum Kaufmännischen Direktor gebracht. Dann leitete er ein Hospital in Simmerath (Eifel). Ab 2001 war er Chef im St. Josef-Krankenhaus in Berlin-Tempelhof. Im rigiden Berliner Wettbewerb habe er Sparsamkeit gelernt, sagt der 41-Jährige.

Jetzt ist Martin Minten zurück am Niederrhein, wenn auch am rechten, denn geboren wurde er in Nettetal-Lobberich. Seit dem 1. Dezember ist der Diplom-Mathematiker und Vater zweier kleiner Kinder Verwaltungschef des größten Arbeitgebers in Dinslaken. Und von dem hat er bereits einen durchweg positiven Eindruck: "Ein Stadtkrankenhaus, das gut in der Stadt und in der Bevölkerung verankert ist, mit guter Auslastung und kontinuierlich steigenden Zahlen", wie er festgestellt hat.

"Stärken pflegen, in die Substanz investieren"

Für ausgeklügelte Pläne sei es nach kaum zwei Monaten verfrüht. Aber eines hat sich Minten bereits vorgenommen: "Wir müssen die Stärken erhalten und pflegen." Das gelte sehr wesentlich auch für den Umgang mit den Kooperationspartnern auf dem Gesundheitsmarkt, speziell für die angenehme Atmosphäre bei den niedergelassenen Ärzten.

Auch gegenüber dem Evangelischen Krankenhaus zeigt sich Minten gesprächsbereit, aber eine gesunde Konkurrenz sei auch nicht zu verachten.

Minten sieht im Vinzenz gute Ansätze für die Schaffung interdisziplinärer Zentren. So könne man sich neben der Grundversorgung eine gewisse Expertise zum Beispiel bei Geriatrie und Gerontopsychologie verschaffen oder mit einem "Beckenboden-Zentrum". Für Krankenhäuser sei es in diesen Zeiten immer wichtiger, marktorientiert zu denken.

"In der Vergangenheit ist im Vinzenz weitblickend und vernünftig gearbeitet worden. Das halb werden wir eine gute Zukunft haben", sagt der Neue. Er will aber nicht ausschließen, dass auch hier Sparmaßnamen nötig sind. "Das sollte aber kontinuierlich und mit Augenmaß geschehen", betont er. Ansonsten: "Krankenhäuser müssen in ihre Substanz investieren, sonst sind sie schnell vom Markt verschwunden." Ein erster Schritt in diese Richtung wird - nach seiner morgigen Einführung ins Amt - der zweite Bauabschnitt der Psychiatrie sein, mit dem im Sommer begonnen werden soll.

HEINZ INGENSIEP

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