Lohberg auf die Bühne bringen

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Dinslaken..  Die 20er-Jahre sind nicht das schönste Kapitel in der Geschichte der Zeche und der Siedlung in der Nachbarschaft. Im „Ruhraufstand“ lehnten sich 1920 die Arbeiter gegen den Kapp-Putsch und schließlich gegen die Reichsregierung auf. Mehrfach kam es zu blutigen Auseinandersetzungen. Regisseur Adnan Köse möchte diese historische Zeit als roten Faden für ein besonderes Stück nutzen. „Es soll ein Ruhrgebietsepos werden. Etwas, das es noch nicht gab. Eine Art Les Misérables für unsere Region“, erklärt der umtriebige Künstler seine Idee. Das Projekt soll Schauspiel, Musiktheater und Filmelemente verbinden. „Es soll dabei nicht um Personen gehen, sondern um die Zeche und die Gartenstadt als Orte.“

Die Anschubfinanzierung möchte Adnan Köse über so genanntes Crowdfunding leisten: Jedermann kann sich finanziell an dem Projekt beteiligen und erhält dafür eine Gegenleistung (zum Beispiel eine Eintrittskarte für die spätere Vorstellung). „Wie viel Geld genau ich sammeln muss, kann ich noch nicht sagen. Aber ich schätze, es werden um die 100000 Euro werden“, erklärt der Regisseur und Autor. Er hält es durchaus für machbar, für eine Produktion mit regionalem Thema eine solche Geldmenge einzusammeln. „Außerdem hat man durch das Crowdfunding schnell eine Rückmeldung, ob das Projekt auch für das Publikum interessant ist“, erklärt er.

Wenn das Geld zusammenkommt, möchte er sich in einer ersten Phase an Recherche und Schreiben des Stückes machen. Dann geht es in die Produktionsphase. In das Projekt möchte er auch den Stadtteil einbinden. „Ich komme von dort. Meine ganze Familie war früher unter Tage. Ich habe deshalb einen besonderen Bezug zu dem Thema“, berichtet Adnan Köse. Neben den Menschen möchte er auch Unternehmen als Partner vor Ort und Sponsoren für das Projekt gewinnen.

Und das soll möglichst schnell gehen. „Wenn alles nach Plan läuft, könnten die Vorstellungen im kommenden Jahr stattfinden“, erklärt Adnan Köse. Spätestens 2017 würde er sein Projekt gerne auf die Bühne bringen.