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Lochfraß bleibt ein heißes Thema

09.12.2011 | 18:05 Uhr
Lochfraß bleibt ein heißes Thema
Viele Leser berichten von Wasserrohrbrüchen. Am kommenden Montag berichten die Stadtwerke der Politik. Foto: Heinz Kunkel

Dinslaken.   Viele Leser berichten von Wasserrohrbrüchen. Am kommenden Montag berichten die Stadtwerke der Politik.

So langsam könnte selbst die NRZ ein Schadenskataster in Sachen Wasserrohrbrüche in Dinslaken anlegen. Denn nach der Berichterstattung über die Hausgemeinschaft in Hiesfeld, die wegen der vielen Rohrbrüche aus zwei Versicherungen flog, dann alle Kaltwasserrohre austauschte, brach eine Art Flutwelle mit gleichen oder ähnlichen Schicksalen über die Redaktion herein.

„Als ich das gelesen habe, dachte ich, sie schreiben über unser Haus“, berichtete etwa Volker Bürger, der mit dem Handy direkt von der „Baustelle“ anrief. Gerade ist der Hiesfelder dabei, auch in seinem Haus die alten Kupferrohre durch moderne Verbundrohre tauschen zu lassen. Wobei auch in diesem Fall „alte Kupferrohre“ ein zu relativierender Begriff ist. Das Haus ist von 1990, in den vergangenen 21 Jahren hat es ein ganzes Dutzend Wasserrohrbrüche gegeben. „In den letzten drei, vier Jahren haben sich die Fälle gehäuft. Da haben wir uns irgendwann entschieden, noch einmal zu investieren und die Rohre zu tauschen“, erzählt Bürger.

Stromkosten für die Trocknung: 2000 Euro

Eine Entscheidung, die auch Rainer Köppen getroffen hat. Sein Zweifamilienhaus aus dem Baujahr 1995 steht ebenfalls in Hiesfeld. In den vergangenen zwölf Monaten kam es zu drei Wasserrohrbrüchen, wobei der letzte den hoffentlich endgültigen Höhepunkt bildet. Wasser aus drei Lecks lief zunächst in der Souterrain-Wohnung unbemerkt hinter die Trockenbauwände. Als das Dilemma offenbar wurde, waren alle Wände komplett hinterfeuchtet und mussten herausgerissen werden. Was folgte, war zunächst eine viereinhalbwöchige Trocknungsphase. „Alleine die Stromkosten für die Trockner belaufen sich auf etwa 2000 Euro“, sagt Köppen. Den entstandenen Schaden von derzeit geschätzten 38 000 Euro plus zusätzlicher Kosten wird wohl die Versicherung übernehmen, die bereits angekündigt hat, Köppens Haus nicht weiter zu versichern.

Auf das eigene Konto, beziehungsweise davon ab, gehen die Kosten für den Rohrtausch und die Badezimmer-Renovierung. Derzeitige Kalkulation 28 000 Euro. „Das ist schon ein Schlag. Und das Haus ist erst gut 15 Jahre alt“, so Köppen. Ihn - wie alle anderen Betroffenen - interessiert derzeit nur eine Frage: Woran liegt es, dass in Dinslaken vermeintlich häufiger Kaltwasserrohre brechen als in umliegenden Kommunen?

Die Stadtwerke verweisen nach wie vor auf das aktuelle Gutachten des renommierten Wasserinstituts IWW aus Mülheim, das keinen Zusammenhang mit der derzeitigen Wasserzusammensetzung sieht.

Am kommenden Montag, 12. Dezember, wollen die Stadtwerke dem Dinslakener Bauausschuss zum Thema Wasserrohrbrüche Rede und Antwort stehen. Die öffentliche Sitzung im Rathaus (Saal, 1. Etage) beginnt um 15 Uhr.

Ralf Kubbernuß

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