Lob für die Galerie, Kritik für Politiker

Für viele ein Top-Ereignis: die Eröffnung der Neutor-Galerie.
Für viele ein Top-Ereignis: die Eröffnung der Neutor-Galerie.
Foto: WAZ Fotopool
Was wir bereits wissen
NRZ-Leser berichten über ihre Tops und Flops des Jahres 2014. Eröffnung der Neutor-Galerie, Erhöhung der Aufsichtsratsbezüge, Sportplatzverlagerung oder Schullandschaft wurden genannt.

Dinslaken/Voerde/Hünxe..  Wahlen, Eröffnungen und Ratsbeschlüsse, das heute zu Ende gehende Jahr hatte viele Ereignisse. Und jeder hat etwas erlebt, mit dem er sehr zufrieden ist. Sicherlich gibt es auch Dinge, die gar nicht so toll gelaufen sind. NRZ-Leser haben uns geschrieben, was ihnen in den vergangenen zwölf Monaten in Dinslaken, Voerde und Hünxe gefallen hat. Und was nicht. Viele Zuschriften kamen zur Eröffnung der Neutor-Galerie. Viele Schreiber beschäftigten sich aber auch mit der Erhöhung der Aufsichtsratsbezüge für Dinslakener Lokalpolitiker.

Familie Lehringer schreibt zum neuen Einkaufszentrum: „Der Galeria Komplex ist schnuckelig und wertet unsere Stadt auf.“ Christel Schmitt findet: „Mein Topereignis war - nach vorherigen Pessimismus - die Eröffnung der Neutor-Galerie.“

Als Flop wird sehr oft die Entscheidung genannt, die Vergütung für Aufsichtsratsmitglieder zu erhöhen. Petra Mölleken meint, das sei eine „dreiste Selbstbedienung“ bei gleichzeitigen Einsparungen! „Schämen Sie sich“, sagt sie in Richtung Politiker. Andere nennen es eine „Unverfrorenheit“, kritisieren die „Selbstbedienungsmentalität“. Für Walter Müller war es der absolute Flop, „wie unsere Politiker sich mit Aufsichtsratsposten auf Kosten der Bürger bereichern“. Franz-Josef Schlitt schreibt: „Der Flop ist doch wohl bei der Dinslakener Kassenlage die Erhöhung der Aufsichtsratsvergütungen für die Dinslakener Stadtwerke etc. bei gleichzeitiger Weiterverschiebung des barrierefreien Zugangs zum Bahnhof, hier wäre das Geld sicher freiwillig besser angelegt worden.“

In Lohberg hat Dr. Inge Litschke das Flop-Ereignis des Jahres 2014 erlebt: Für sie war es der Abriss des Fördergerüsts über Schacht 1 der Zeche. Ralf Wilhelm meint: „Der Flop des Jahres war die Baustelle auf der A 59 zwischen Dinslaken West und Anschlussstelle Fahrn ein halbes Jahr einspurig mit vielen Staus in beiden Richtungen. Aber geändert hat sich die Situation nicht, weil immer noch Tempo 80 vorgegeben ist und die Hügellandschaft auf der Autobahn, immer noch besteht.“

Jan und Andrea Maslon schreiben: „Wir finden, dass der Standpunkt für die Martinikirmes super ist, hier sollte auch mal ein schöner Weihnachtsmarkt aufgestellt werden!“ Für Uschi Dittmann war die Eröffnung des Einkaufszentrums das Top-Ereignis. „Mein Flop-Ereignis des Jahres 2014 ist für mich als Gehbehinderte der immer wieder versprochene aber trotzdem noch nicht vorhandene Aufzug im Bahnhof Dinslaken, bin diesbezüglich auf 2015 wirklich sehr gespannt.“ Helli Meyer übt Kritik an Bürgermeister Heidinger: „Der größte Flop war die Tatsache, dass sich Herr Bürgermeister Heidinger von der Aktion Geschwindigkeit in der von ihm hochgejubelten verkehrsberuhigten Zone in Hiesfeld distanziert hat. Die Bewohner beschweren sich laufend über die Raserei durch Hiesfeld...“

Für Manfred Wüstemeyer das Fantastival in Dinslaken, weil es die großen Möglichkeiten bürgerschaftlichen Engagements in finanziell klammen Nachbarkommunen zeigt. „Dass Heidrun Grießer die Meinung der Kunden bei der Auswahl der Kinosessel mit einbezieht, fand ich Top“, schreibt Dagmar Gorjup. „Schließlich sind es die Kinobesucher, die zwei bis drei Stunden in dem Sessel sitzen.“

Thomas Sommerfeld schreibt: „Der größte Flop des Jahres war für mich die Umgestaltung des Stadtparkes in Dinslaken. Hier werden Steuergelder verschwendet, während Schulen und Sportstätten wirklich sanierungsbedürftig sind.“ Zum Park hat sich auch Friedhelm Wennmann geäußert: Für ihn ist das aus finanzieller Sicht ein Flop: Zwar zahle das Land oder der Bund 80 Prozent der Kosten, doch die Stadt müsse immer noch 300 bis 500000 Euro aufwenden. „Weitere Schulden machen bei einer Haushaltssperre“, lautet sein Fazit.

Die letzten Monate beherrschte die Entwicklung der Schullandlandschaft die Diskussionen, davor war es die Verlagerung des Sportplatzes. Aber es gab auch einiges zu feiern in Voerde. Das sind die Tops und Flops aus Voerde.

Heinz Boß schreibt: „Als einer, der mit dem Sport in Voerde sehr eng verbunden ist, war für mich die Stellungnahme der Bezirksregierung zu der Sportstätten-Verlagerung zwar nicht das Flop-Ereignis, aber das Ereignis des Jahres 2014, was mich am meisten verwundert hat.“ Auf dieses Thema zielt auch Ulrike Langhoff: „Flop-Ereignis 2014 in Voerde war die Planung der Verlegung des Sportplatzes 08/29.“

Höhere Steuern und ein Fest

Für Christel Schmitt war die vom Rat im Dezember beschlossene Erhöhung der Grundsteuer B der Flop des Jahres. 2014 sei ein gutes Jahr für den Hochwasserschutz gewesen, da die Arbeiten in Mehrum fast abgeschlossen sind, meint Josef Hölscher. Natürlich darf das Jubiläum 875 Jahre Möllen nicht fehlen. Daran erinnert Ingrid Hassmann und daran dass der weitreichende Konsens in der Schulpolitik Früchte trägt. Das sehen aber nicht alle so:

Für Steffen Wagner ist der Flop des Jahres „die Einführung einer neuen Gesamtschule in Voerde und gleichzeitige Auflösung der Realschule Voerde, nachdem die Gesamtschule bereits vor kurzer Zeit nicht erfolgreich war und die Stadt Voerde absolut kein vernünftiges und durchgedachtes Konzept vorgestellt hat.“

„Zu den Top-Ereignissen des Jahres zählt für mich die unaufgeregte sachliche Berichterstattung zu den Bürgerkriegsflüchtlingen und Asylbewerbern, die auch in Voerde Aufnahme finden und die unbürokratische und engagiert von ehrenamtlich Tätigen begleitet werden“, das seien mal gute Nachrichten statt „reißerischer Horrormeldung“, findet Claudia Ostermann.

Rathausplatz

Lucia Selders empfindet es als einen echten Flop, dass man sich in Voerde bislang vergeblich bemüht, den Rathausplatz neu zu gestalten. Vom Marktkauf bis zum Osterfeld sollte ein Komplex mit Geschäften und Gastronomie entstehen, um die Innenstadt attraktiver zu machen. Auch habe die Stadt eine „Sanierungsatzung“ verabschiedet, doch geschehen sei seit dem nichts.

Für Dagmar Gorjup war in diesem Jahr die Unterstützung für die Lesementoren das Top-Ereignis. Die Zusammenarbeit zwischen Grundschulen, Kindergärten, Bücherei und Lesementoren wurde gefördert nach dem Motto „Zum Lesen verlocken. „Das war ein Top-Ereignis, weil den Kindern dadurch das Lesen wieder näher gebracht wurde“, schreibt die Voerderin.