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„Leben ist Bewegung“

12.07.2013 | 00:20 Uhr

Dinslaken. Wandern in freier Natur, dabei frische Luft atmen, die Landschaft erleben, etwas für die Gesundheit tun und seine Fitness und Ausdauer testen: „Leben ist Bewegung“, sagt Theo Brosthaus. Seit längerer Zeit leitet der 75-Jährige die Wandergruppe 60plus von St. Johannes Eppinghoven, gegründet 2001 von Pfarrer Klaus Evers.

Bei Wind und Wetter

Bis zu 40 Personen treffen sich einmal im Monat, um bei Wind und Wetter sechs bis sieben Kilometer in der Natur zu wandern, meistens in der näheren Umgebung. Der Älteste sei 85 Jahre, der Jüngste gerade 60 geworden, weiß Brosthaus. In Fahrgemeinschaften geht es morgens zu den Ausgangspunkten der gemütlichen Wanderung: etwa nach Grafenmühle, in den Hünxerwald, auf die Bislicher Insel, nach Kaiserswerth oder zum „Schwarzen Wasser“ nach Diersfort. Zum Mittagessen wird in der Regel eingekehrt, nachmittags geht es wieder heimwärts.

„Einige der Teilnehmer sind von Beginn an dabei, die Gemeinschaft ist das A und O“, sagt Theo Brosthaus, der zudem die jährliche Wallfahrt der Fußpilger nach Kevelaer mitorganisiert (wieder vom 14. bis 16. September). Aber auch bei den kleinen Wanderungen in normalem Tempo über Wege und Straßen komme es auf das richtige Schuhwerk und leichte Rucksackverpflegung (Mineralwasser, Tee, Obst) an. Manchmal sei auch ein Pinneken „Pilgerwasser“ dabei, gesteht er lächelnd.

Bewegung, Entspannung und Ernährung seien drei Faktoren, „die wir uns täglich vor Augen führen sollten“, erklärt Brosthaus. Gesund wandern gelte für alle Menschen, „die sich etwas Gutes tun wollen, denn Wandern hält fit ohne Leistungsdruck“. Viele Teilnehmer sagten, „da wandern wir gern mit“ oder „wie schön ist das hier“, denn einige würden die Gegend vor der eigenen Haustür kaum kennen.

Durchs Rotbachtal

Das bestätigen auch Bernhard Boscheinen, Margret Janßen und Heinz-Josef Overlöper, die sich an diesem Morgen mit Theo Brosthaus zu einer kleinen Runde im Rotbachtal treffen. Margret Janßen tut gerne etwas für ihre Gesundheit, wandert und fährt Fahrrad – einmal im Jahr mit vier Frauen sogar nach Kevelaer. Den Marienwallfahrtsort kennt auch kaum einer besser als Bernhard Boscheinen, der über Jahrzehnte die Fußpilger anführte, 2012 die Leitung abgab, gern aber noch beratend tätig ist.

Für sein Leben gern wandert auch Heinz-Josef Overlöper, „gefühlt schon mehr als 3500 Kilometer“. Im letzten Jahr in der Fastenzeit begab er sich auf den Niederrheinischen Jakobsweg von Millingen aus über Kranenburg und Goch nach Kevelaer. Dieses Jahr soll es von dort weiter über Walbeck und Kastanienburg bis nach Roermond gehen. „Pilgern fängt schon zu Hause an, man ist unter Gleichgesinnten, alles ist schlicht und das Wenige, was man braucht, trägt man auf dem Rücken.“

Am 20. August wird die Wandergruppe 60 plus von St. Johannes zu ihrer nächsten Wanderung aufbrechen. Wo es hin geht, wird noch nicht verraten.

Peter Neier



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