Langes Warten an der B 8
04.02.2010 | 08:00 Uhr 2010-02-04T08:00:00+0100Dinslaken. Heinz Hellmich möchte das Gelände der früheren Thyssen-Krupp-Bausysteme GmbH in einem halben Jahr neu entwickeln. Doch den Stadtplanern ist der Spediteur aus Hamborn "etwas zu forsch".
Wenn es nach Heinz Hellmich ginge, würde sich auf dem Gelände der früheren Thyssen-Krupp Bausysteme GmbH in einem halben Jahr einiges tun: Hallen würden abgerissen bzw. versetzt, Vorbereitungen für die Ansiedlung von Gewerbe- und Einzelhandelsbetrieben getroffen. Doch der Hamborner Spediteur, der das Areal an der B 8 vor einigen Jahren dem Thyssen-Krupp-Konzern abgekauft hat, ist den Dinslakener Stadtplanern „etwas zu forsch”. Aus einer Reihe von Bauanträgen, die er eingereicht hat, scheint an der Willy-Brandt-Straße 2 erst einmal nur ein Vorhaben kurzfristig genehmigungsfähig zu sein: ein chinesisches Restaurant.
Als ersten Schritt sieht Hellmich, der das Areal derzeit noch teilweise für Lagerung und Umschlag von Bauteilen vermietet hat, das Umsetzen der Hallen vom vorderen (bis zum Verwaltungsgebäude) in den hinteren Bereich des Geländes. „Wenn das von der Stadt genehmigt würde, könnten wir in einem halben Jahr mit den Baumaßnahmen loslegen”, so der Eigentümer.
Tankstelle ist vom Tisch
Doch da hat Hellmich die Rechnung ohne die Stadtverwaltung gemacht. Planungsamtsleiter Karl-Heinz Rudorf: „So einfach geht das nicht. Vor einer Baugenehmigung, die dazu nötig wäre, muss hier ein rechtsgültiger Bebauungsplan erstellt werden.” Überhaupt habe Hellmich sich erst daran gewöhnen müssen, dass die Überplanung des zehn Hektar großen Geländes nicht ohne Fachleute der Kommune zu machen sei. Immerhin gehe es um die Frage der Verträglichkeit gewisser Ansiedlungen, um die künftige Verkehrsführung, um Altlasten und einiges mehr. „Dazu sind eine Menge Gutachten nötig. Das dauert”, gibt Rudorf zu bedenken.
So ist die angedachte Tankstelle mit Waschstraße und Autozubehör-Handel schon mal vom Tisch. Rudorf: „So etwas passt hier gar nicht hin, allein schon wegen der nahen Wohnbebauung an der Uhlandstraße.”
Immerhin: Was die Ansiedlung eines Lebensmittelmarktes und eventuell eines Discounters angeht, sei man „auf einem guten Weg”, gibt sich Heinz Hellmich zuversichtlich. Der städtische Planungschef dazu: „Man muss fragen: Wieviel Einzelhandel verträgt der Standort? Was dient der Nahversorgung des Hagenbeizirks? Und: Welche Auswirkungen hat das auf die Innenstadt?”. In der Angelegenheit sei man bei IHK und Einzelhandelsverband vorstellig geworden. Karl-Heinz Rudorf glaubt, dass das Ergebnis der Verkaufsflächen-Untersuchung in vier bis sechs Wochen vorliegen könnte.
Rudorf: „Wir ziehen am gleichen Strang”
Einzig Hellmichs Antrag, direkt an der B 8 eine chinesische Gastronomie einzurichten, ist für Rudorf realistisch genug, um schnell genehmigt werden zu können.
Grundsätzlich zeigt der Planungsamtsleiter Kooperationsbereitschaft: „Ungeachtet aller Detailfragen: Wir ziehen am gleichen Strang. Die Stadt ist daran interessiert, dass sich auf dem Gelände etwas entwickelt.” Überhaupt scheint sich im Dinslakener Rathaus die Einsicht durchzusetzen, dass man sich angesichts des Mangels an eigenen Gewerbeflächen auf private Eigentümer zubewegen muss.
0mitdiskutieren