Kunst statt Leere

Ladenlokale wie hier am Rittertor wurden bereits im letzten Sommer für einige Tage zu Ateliers und Ausstellungsräumen.
Ladenlokale wie hier am Rittertor wurden bereits im letzten Sommer für einige Tage zu Ateliers und Ausstellungsräumen.
Foto: Heiko Kempken/WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Im Juni werden freistehende Ladenlokale in der Dinslakener Innenstadt zum zweiten Mal nach 2014 zu Ateliers, in denen man Künstlern aus ganz Deutschland bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen kann.

Dinslaken..  Kunst ist es, der weißen Leinwand Farbe und Aussage zu verleihen, dem unbehandelten Stück Stein oder Holz Form und Leben zu geben, Objekten neue Bedeutung zuzuschreiben. Oder eben auch leerstehende Ladenlokale in pulsierende Orte zu verwandeln. So geschah es im letzten Sommer, als Ben Perdighe und Wirtschaftsförderin Svenja Krämer in der Dinslakener Innenstadt „Kunst sta(d)tt Leerstand“ ausriefen. Nun wird die Aktion nicht einfach wiederholt.

Vom 15. bis 20. Juni erleben die Besucher von sieben aktuell leerstehenden Ladenlokalen noch mehr Kunst von noch mehr Kreativen. Dazu einen Kurzfilmwettbewerb und zum Abschluss ein Livekonzert. Die letzten Zusagen trudeln jetzt im Rathaus ein. Damit steht das Programm für die neue Ausgabe von „Kunst sta(d)tt Leerraum“. Und im Juni ziehen für eine Woche wieder Künstler in der Innenstadt in leer stehende Geschäftsräume, arbeiten dort und öffnen an zwei Tagen „ihr“ Atelier für Besucher.

Künstler sind konkret angesprochen worden, so Wirtschaftsförderin Svenja Krämer. Sie kommen aus allen Teilen Deutschlands. Es ist vorgesehen, dass sich mehrere Künstler ein Ladenlokal teilen. Das sei spannend für die Künstler selbst, sie können sich mit den anderen Teilnehmern austauschen, erhalten für die eigene Arbeit neue Ideen. Spannend sei es aber auch für die Besucher, meint Krämer.

Und die dürfen sich in diesem Jahr nicht nur auf bekannte und neue Gesichter freuen. Sie werden verstärkt dazu eingeladen, aktiv am Geschehen teilzuhaben. Zum Beispiel gemeinsam mit Wittek. Der Hamburger Comiczeichner mit Dinslakener Wurzeln zeigte bereits letztes Jahr im damals leerstehenden Ladenlokal, das heute das Café Kostbar beherbergt, eine Retrospektive. Im Juni plant er eine vier mal vier Meter große Gemeinschaftsarbeit – mit jedem, der sich an dem Projekt beteiligen möchte.

Von Graffiti bis Tattoo Art

Neu ist ein Kurzfilmwettbewerb. Bewerben kann sich jeder, ein Thema oder ein Genre sind nicht vorgegeben. Nur die Länge von 20 Minuten Filmdauer darf nicht überschritten werden. „Die ersten Filme, darunter Musikvideos und Trickfilme, sind bereits bei uns eingetroffen“, erklärt Ben Perdighe.

Noch ein wenig geheimnisvoller gibt sich der kreative Kopf des „Kunst sta(d)tt Leerstand“-Projektes, wenn es um die Namen der Künstlerinnen und Künstler geht. Mit voraussichtlich 28 Kreativen liegt die Zahl doppelt so hoch wie im Vorjahr. Wittek wird seinen Düsseldorfer Fotografen-Kollegen Maxomat mitbringen, Künstlerinnen aus dem Kreativ.Quartier. Lohberg wie Ulrike Int-Veen werden ihre Arbeiten in der Innenstadt präsentieren. Ingo Borgardts hat sein Kommen bestätigt, Thomas Zigahn wird mit seiner verblüffenden wie praktischen Upcycling-Kollektion vertreten sein. Und auch Urban Arts, die übermorgen, am 18. April, ihr erstes eigenes Festival stemmen, werden wieder ein Ladenlokal mit ihrer Streetart beleben.

„Dazu werden wir Besuch aus Hamburg , München und sogar aus Afghanistan haben“, lässt es sich Ben Perdighe dann doch noch entlocken. „Es gibt Kunst aus allen Teilen Deutschlands und sie reicht über Graffiti und Street Art bis zur Tattoo Art“.

Am Ende der Woche kommt es dann zu einem der raren Konzerte der Kölner Band Raute. Die Formation spielt tanzbare Musik mit E-Gitarren und viel Elektronik live.