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Kritik an B8-Baustelle reißt nicht ab

01.06.2012 | 23:00 Uhr
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Kritik an B8-Baustelle reißt nicht ab
Archivfoto: Uwe Schaffmeister

Dinslaken.   Landesbehörde Straßen NRW weist Vorwürfe der Anwohner zurück: Belag steht im Lärmschutzplan der Stadt.

Die Kritik an der B8-Baustelle wird lauter: „Auch wir wohnen an der B 8 und ertragen den im Laufe der Jahre immer dichter gewordenen Verkehr jeden Tag. Da auch wir, wie alle Hauseigentümer brav unsere Grundsteuern an die Stadt Dinslaken bezahlen, wäre es schön gewesen, wenn von Seiten der Stadt wenigstens mal mit Straßen NRW über einen Flüsterasphalt gesprochen worden wäre“, schreibt Renate Elschner mit Bezug auf unseren gestrigen Artikel .

Derweil weist Straßen NRW die Vorwürfe zurück. Der von Autobahnen her bekannte Flüster-Asphalt eigne sich nur für höhere Geschwindigkeiten, weil dann eine andere Form des Lärms entstehe (Reifen auf Straße) als bei niedrigeren Geschwindigkeiten (Motor, Bremsen). Darüber hinaus kann der Flüster-Asphalt in Fällen wie der B8 nicht verbaut werden, weil zum Beispiel Entwässerungsöffnungen nicht ausgespart werden können, erklärt Imke Halbauer, Abteilungsleiterin Betrieb und Verkehr bei Straßen NRW.

Sicherheitsbedenken

Der Straßenbelag LOAD, der in Kommunen im Rahmen des Konjunkturpaketes II verbaut worden sei (so auch auf der Hünxer Straße), sei kein echter Flüster-Asphalt, mindere die Fahrgeräusche in der Größenordnung von 3 dbA. Diesen Asphalt hält man bei Straßen NRW aber nicht für ausreichend erprobt, was zum Beispiel seine Langlebigkeit angeht. Und weil man - vereinfacht formuliert - dafür keine Steuergelder verschwenden dürfe, bleibt das gehobene Standard-Bauprogramm. Das heißt im Falle der B8 „Splittmastix“-Belag und dämmt die Fahrgeräusche immerhin um 2 dbA (was gegenüber 3dbA eine Halbierung der Dämmung bedeutet).

Die Auswahl habe man übrigens nicht zufällig getroffen: Im aktuellen Lärmschutzplan der Stadt Dinslaken sei der Belag für die B8 vorgesehen, Straßen NRW erfülle nun diese Forderung, so Halbauer. Und weiter: Die Stadt sei bereits 2010 über die Pläne informiert worden und hätte genügend Zeit gehabt, zu reagieren.

Derweil geht es den Anwohnern fokussiert sich die Kritik an der Maßnahme nicht auf den Lärm, sondern auch auf den Sicherheitsaspekt. So bemängelt Claudia Schünemann, deren Kind die Bruchschule besucht, dass Schule und Eltern spät informiert worden sind (obwohl Straßen NRW die Stadt Dinslaken frühzeitig ins Boot geholt haben will). Das Queren der B8 sei, so Schünemann weiter, auch im Bereich der Bedarfsampel für Kinder nicht ungefährlich, da die Fahrbahn bereits aufgefräst sei.

Die Polizei musste am Mittwoch übrigens eingreifen und Kindern über die Straße helfen, weil offensichtlich faule Mitbürger Absperrungen und Schilder weggeräumt hatten, um gesperrte Bereiche passieren zu können. Die Polizeibeamten erkannten die Gefahrenlage und sorgten dafür, dass die Kinder sicher zur Schule kamen. Außerdem wurde Kontakt zu Straßen NRW aufgenommen, die Behörde sicherte Baustelle und Weg. Um das Entstehen von Gefahrensituationen zu vermeiden, will die Polizei den Baustellenbereich weiter im Auge behalten.

Ralf Kubbernuß

Kommentare
03.06.2012
06:39
Kritik an B8-Baustelle reißt nicht ab
von Shovelheadtreiber | #2

Es war klar, dass die Sarnierung mit Flüsterasphalt unter dem Vorwand, es wäre noch nicht genügend Erfahrung mit der Haltbarkeit des Belages gesammelt worden.
Die Anwohner der B8 werden natürlich weiter mit dem Lärm der LKWs und von PkWs leben müssen.
Auch ich wohne direkt an der B8 und leider wird hier Grade Nachts eine Geschwindigkeit gefahren, die eine Lautstärke verursacht, die im Autobahnlevel liegen.
Dass die Stadt Dinslaken das anscheinend nicht interessiert, ist eine Frechheit.
Die Stadt Oberhausen hat anscheinend da anders reagiert.
In Königshardt wurde ein Asphalt aufgebracht, bei dem man beim überfahren erst mal sehen kann, wie leise eine Strasse sein kann.
Ich hoffe, dass Strassen NRW und die Stadt Dinslaken noch einlenken und die ca. 1,- Euro Mehrkosten pro qm noch bereit ist in die Zukunft zu investieren.

02.06.2012
10:02
Kritik an B8-Baustelle reißt nicht ab
von homedi | #1

Die gesamte Baustelle ist eine einzige Katastrophe...
Ich bin gestern mit dem Fahrrad aus Richtung Voerde auf der B8 zur Augustastrasse gefahren.
Zweimal musste ich die Seite wechseln, an der Kreuzung zum Tenderingssee ging es nur schwer weiter und auch nur innerhalb des Baustellenbereichs, das ganze ohne Ampel !!!
Gearbeitet wurde mal auf der einen, mal auf der anderen Seite der B8, aber der Fahrradweg war auf beiden Seiten teilweise gesperrt, teilweise zugestellt.
Keine ausreichende Beschilderung, an der Kreuzung Augustastrasse eine totale Verwirrung.
Ich musste einfach auf gut Glück versuchen, über die B8 zu kommen, eine Ampel war nicht erreichbar oder beschildert.
Der ganze Baustellenbereich ist für Fussgänger oder Radfahrer eine einzige Gefahrenquelle !!!

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