Krisenland Gambia

Dinslaken..  Die Friedensdorf-Hilfseinsätze bringen es mit sich, dass einige Kinder und mit ihnen die entsprechenden Heimatländer besonders in den Fokus rücken. Über die Ankunft der Mädchen und Jungen aus Afghanistan, Zentralasien und dem Kaukasus am gestrigen Tag sollen aber Ereignisse anderer Länder nicht aus dem Blick geraten.

So wurde der 18. Februar in Gambia als der 50. Unabhängigkeitstag gefeiert. 1965 erhielt Gambia seine volle Unabhängigkeit im Rahmen des britischen Commonwealth of Nations. Aktuell befinden sich 12 Kinder aus dem kleinsten Flächenstaat Afrikas in der Obhut des Friedensdorfes. Zwar ist Gambia kein Kriegs-, sicher aber ein Krisenland, dessen Entwicklung unter anderem aufgrund mangelnder Ressourcen nicht vorankommt.

Abseits der öffentlichen Wahrnehmung scheint Präsident Yahya Jammeh in den vergangenen Jahren seine diktatorische Herrschaft ausgebaut zu haben. Menschenrechtsorganisationen sprechen Medienberichten zufolge von einer desaströsen Menschenrechtslage in dem knapp zwei Millionen Einwohner starken Land und verweisen etwa auf die seit kurzem im Gesetz verankerte Verfolgung und Bestrafung Homosexueller, die Anwendung von Folter und die Unterdrückung einer unabhängigen Medienberichterstattung.

Die medizinische Versorgung der Bevölkerung ist vor allem in den ländlichen Gebieten abseits der Hauptstadt Banjul unzureichend. Die Säuglingssterblichkeit liegt mit rund 66 Todesfällen pro 1000 Lebensgeburten bedauerlich hoch.