Kriegerinnen im Liebesrausch

Dinslaken..  „Alle Macht den Frauen“, tönt es von der Bühne. Die Amazonen sind aufmarschiert, um Stärke zu demonstrieren. Nebenher räumen sie mit der Legende auf, sie hätten sich eine Brust verstümmeln lassen, um besser mit dem Bogen schießen zu können. „Bei uns ist noch alles dran. Und zwar natürlich – ohne Silikon“, ertönt es im Forum des Theodor-Heuss-Gymnasiums.

Das Stück „Amazonen“ in der Bühnenaufführung der Theater-AG des Gymnasiums bietet so einiges. Der griechische Held Achilles (Jakob Buschmann) hat sich in Amazonen-Königin Penthesilea (Sophie Trotz) verliebt. Umgekehrt ist das auch der Fall, weshalb die stolze Kriegerin nicht nur ohne gefangene Männer in ihre Heimat zurückkehrt, sondern auch ihre Krone niederlegen will. Der liebeskranke Sagenheld wird daraufhin von seinen als Frauen verkleideten Freunden Theseus (Astrit Veliju) und Herakles (Michael Winogradow) in die Stadt der Amazonen gebracht. Neben dem Liebesabenteuer wollen die griechischen Helden noch eben die Stadt einnehmen und den Gürtel des Ares stehlen.

Als Achilles in der Stadt auftaucht, stürzen sich die unter Männermangel leidenden Amazonen auf den stattlichen Kämpfer. Nur ein Gebot der Enthaltsamkeit verhindert die Eskalation. Als sich die zweite Amazonenkönigin Hippolyte (Marie Otte) auch noch in Herkules verguckt, und zusätzlich die griechische Flotte anrückt, ist das Chaos perfekt.

Unter Leitung von Karen Schmidt-Heiming präsentierte die Theater-AG ihrem Publikum eine rasante Komödie. Die Bandbreite des Humors reichte dabei von verbalen Doppeldeutigkeiten über einen begriffsstutzigen Herkules bis hin zu kleinen Kampfeinlagen, die schnell in Slapstick ausarteten. Humoresk wirkten auch die Unerfahrenheit der Kriegerinnen in Liebesdingen und das langsame Erodieren der „Amazonenwerte“. Da wurden Männerrechte verteidigt oder über die Emanzipation der Männer von den Amazonen philosophiert. Jede Menge Lacher vom Publikum und am Ende langanhaltender Applaus.

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