Krieg und Frieden: Die Verfolgung der Jesiden

Dislaken..  Wenn es selbst einem langjährigen Flüchtlingspfarrer, der in seinem Leben viel Leid und Elend miterlebt hat, die Sprache verschlägt, dann will da schon was heißen. „Ich habe einen Bericht im Fernsehen über die Gräueltaten an den Jesiden gesehen, das hat mich schon sehr bewegt“, erzählt Gerhard Greiner. „Die Jesiden sind die Gruppe von Verfolgten des IS-Terrors, die die wenigste politische Unterstützung weltweit bekommen. Und es mutet schon seltsam an, dass ausgerechnet ihre eigentlichen Feinde seit Urzeiten, die Kurden, ihnen nun helfen.“

Für den ehemaligen Füchtlingspfarrer stand relativ schnell fest, hier musste etwas getan werden. Und da er mit der Kulturreihe „Rendezvous nach Ladenschluss“ schon eine große Aufmerksamkeit beim Dinslakener Publikum gewonnen hatte, lag die Überlegung nahe, die Kulturreihe mit einer politischen zu ergänzen. Die Kooperation mit der Ev. Kirchengemeinde Dinslaken war schnell gefunden.

Experte eingeladen

„Wir haben in Gottesdiensten gemerkt, dass in dem ganzen Terror-Chaos im Irak, in Syrien Gut und Böse für uns nicht mehr zu unterscheiden ist. Die Gemeindemitglieder wissen nicht mehr so recht, was und wem sie noch glauben sollen“, erklärt Sven Hesse,Vorstand des Presbyteriums, die spontane Zusage. Es gehe darum, sich intensiv mit dem Thema auseinanderzusetzen, sich eine eigene Meinung zu bilden.

Über die Landeskirche sei ihm mit Halis Erkis von der Gesellschaft ezidischer AkademikerInnen Kamp Lintfort ein Experte in jesidischen Fragen empfohlen worden, so Greiner. Dieser habe sich bereiterklärt, über die gegenwärtige Lage der Jesiden in den Flüchtlingslagern zu berichten, vielleicht auch überhaupt zu erklären, wer Jesiden überhaupt sind, welche Religion sie ausüben, warum sie nicht nur in der Gegenwart sondern eigentlich seit Jahrhunderten verfolgt werden.

Vortrag und Diskussionsrunde

Die neue Reihe „Krieg und Frieden“ beginnt mit dem Referat über „Die Verfolgung der Jesiden durch den IS im Irak“ und findet am Dienstag, 24. Februar in der Ev. Stadtkirche, Duisburger Straße, statt. Beginn ist um 19 Uhr, der Eintritt ist frei. Die Moderation wird Gerhard Greiner übernehmen. Nach dem Vortrag durch Halis Erkis ist eine Diskussionsrunde geplant.