Kreispolitik in der Findungsphase

Die Hauptstelle der Sparkasse Dinslaken-Voerde-Hünxe an der Friedrich Ebert Straße.
Die Hauptstelle der Sparkasse Dinslaken-Voerde-Hünxe an der Friedrich Ebert Straße.
Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Servi
Was wir bereits wissen
Die Schwierigkeiten der Sparkasse Dinslaken-Voerde-Hünxe erwischten den Kreistag kalt. Jetzt sortiert die Politik Meinungen zu einer Beteiligung des Kreises

Dinslaken..  „Das ist ein echter Schlag ins Kontor für alle Bürger, die geglaubt haben, dass die Sparkasse solide wirtschaftet. Ich sehe keine Veranlassung, dass diese Fehlbeträge durch die Kreisbürger ausgeglichen werden sollen“, sagt Hubert Kück, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Kreis Wesel. Und macht damit deutlich, dass die Grünen strikt gegen ein Engagement des Kreises Wesel für die Sparkasse Dinslaken-Voerde-Hünxe sind. Dabei könnte nur so die Eigenständigkeit der Sparkasse erhalten bleiben.

Wie berichtet, wird diese das Geschäftsjahr 2014 mit einem Minus im hohen einstelligen Millionenbereich abschließen und braucht mindestens 35 Millionen Euro, um auf dem eingeschlagenen Konsolidierungskurs in sichere Fahrwasser zu kommen. Die Bürgermeister von Dinslaken, Voerde und Hünxe hatten dabei deutlich gemacht, dass es ohne die Unterstützung des Kreises nicht gehen wird, weil die kommunalen Kassen leer sind.

SPD und CDU im Kreis sind da zumindest nicht verschlossen: „Ich kenne keine Details und kann das noch gar nicht bewerten“, sagt Peter Kiehlmann, Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion. Erst wenn ihm der endgültige Jahresabschluss auf dem Tisch liege und die Lage von Fachstellen wie der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht eingeschätzt sei, könne man in Verhandlungen über mögliche Optionen treten.

Ähnlich sieht das CDU-Kreisfraktionschef Frank Berger: „Ich möchte erst mal genau erfahren, wie sich die Sparkasse selbst ihre Zukunft vorstellt und was der Sparkassen- und Giroverband dazu sagt. Dann müssen tragfähige Konzepte erarbeitet und in Ruhe verglichen werden.“ Ein Engagement des Kreises wolle er nicht priorisieren: „Bevor man nicht in der Sparkassen-Familie geschaut hat, ob man sich gegenseitig helfen kann, sollte man nicht voreilig in Richtung Kreis schauen“, so Berger.

Unterstützung durch die Öffentliche Hand oder Fusion? Gerd Drüten, Vize-Fraktionsvorsitzender der SPD im Kreistag, kann sich beides nacheinander vorstellen: „Ohne alle Details zu kennen: Zunächst sollten die Kommunen sehen, wie sie helfen können, dann der Kreis. Bei der Sparkasse am Niederrhein engagiert er sich ja linksrheinisch auch. Nach einem Konsolidierungsprozess sollten wir dann aber schauen, wie man größere Einheiten schaffen kann“, sagt Drüten. Er trauert immer noch dem gescheiterten Versuch nach, eine Kreissparkasse Wesel zu gründen. „Es waren seinerzeit lokale Egoismen, die das leider verhindert haben, sonst wären wir vielleicht heute in Dinslaken nicht in dieser Situation“, so Drüten.