Kohlehafen wird immer konkreter
18.06.2009 | 18:37 Uhr 2009-06-18T18:37:00+0200Voerde / Düsseldorf. Was vor nicht allzu langer Zeit noch „Zukunftsmusik” war, wird nun immer konkreter: der Bau eines Kohlehafens für den Voerder Kraftwerkskomplex.
Das Becken namens „Südhafen” soll südlich der Rotbachmündung auf rund zehn Hektar entstehen. Im Regionalrat für den Regierungsbezirk Düsseldorf wurde gestern entschieden, das Verfahren für eine Änderung des Regionalplanes einzuleiten. Kraftwerksbetreiberin Evonik Steag GmbH hatte dies zuvor beantragt. Begründet wird der Antrag mit dem zunehmenden Einsatz von Importkohle, die über den Wasserweg herangeschafft wird. Bislang wird der Brennstoff noch mit der Bahn nach Voerde transportiert.
Was im Regionalplan jetzt noch als „Freiraum- und Agrarbereich” dargestellt wird, soll künftig ein „Bereich für gewerbliche und industrielle Nutzungen für zweckgebundene Nutzungen – Sondergebiet Kohlehafen” sein. Zum Teil davon betroffen ist auch das Areal, das voraussichtlich ab 2010 die verlegte Emschermündung aufnehmen soll. Auf den zehn Hektar werden ein Stichhafen und – südlich des Beckens – ein so genanntes „Passivlager” (bis zu 14 Meter hoch, Kapazität: 500 000 Kubikmeter) angelegt, das die Versorgung der Kraftwerks sichern soll. Die Kohle soll über Gurtförderanlagen zum Kraftwerk transportiert werden.
Nicht nur wegen des steigenden Bedarfs an Kohle aus dem Ausland wird der Hafen offenbar notwendig. Evonik plant seit längerem einen Ersatz für die inzwischen bis zu 39 Jahre alten Kraftwerksblöcke West 1 und West II. Für den mittelfristigen Neu- oder Ersatzbau hat die Stadt Voerde bereits vor Jahren einen Bebauungsplan aufgestellt.
Kein Termin für Baubeginn
Bei Evonik hieß es, dass man nach der etwa zwei Monate dauernden Regionalplanänderung im Frühjahr 2010 den Antrag auf Planfeststellung für das Projekt einreichen werde. Der genaue Baubeginn stehe noch nicht fest.
22:08
Wenn Evonik die Pläne umsetzt, geht der Bevölkerung eine wichtige Naherholungzone verloren. Evonik will das ganze Rheinufer zwischen Stapp und Kraftwerk in Anspruch nehmen und den Fahrradweg vom Rhein in Richtung Frankfurter-Straße verlegen.
14:02
Wieso sind die Konzerne so schwerfällig und erkennen nicht die Zeichen der Zeit.
Es ist inzwischen bewiesen, dass die globale Erwärmung wesentlich durch CO2 verursacht wird.
nichts schädigt das Klima so, wie die Kohle.
Wir müssen jetzt in erneuerbare Energien wie Wind, erdwärme und insbesondere Sonne investieren.
Dann haben wir die Nase vorn, wenn die fossilen brennstoffe knapp und teuer werden und wir vermeiden die kathastrophalen Folgen des Klimawandels.